Verbesserung der ambulanten ärztlichen Betreuung von Sterbenden
Erste Praxis für Palliativmedizin eröffnet
Die landesweit erste Praxis für Palliativmedizin ist jetzt in Bochum eröffnet worden. Die Behandlung richtet sich an Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, das Hauptziel der Begleitung ist die Verbesserung der Lebensqualität.
Foto: KWHC GmbH
15.01.07 - Aufgaben liegen in der Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Beratung zur Ernährung und Flüssigkeitstherapie, Vermittlung bei Problemfällen der Wundbehandlung, der palliativmedizinischen Beratung und Unterstützung bei der Aufklärung. Sie steht auch zur Beratung anderer Ärzte zur Verfügung. "Unser Ziel ist eine gemeinsame Patientenbetreuung mit dem Hausarzt", erklärt Leiter Dr. Matthias. In speziellen Fällen kann die Betreuung auch ganz übernommen werden. Die Praxis versteht sich als ein Teil des Palliativnetz-Bochum.
In Bochum leiden jeden Tag etwa 500 Menschen unter starken Tumorschmerzen. Den Bedarf an professioneller palliativmedizinischer Versorgung schätzt man auf etwa 640 Bürger pro Jahr. Etwa 90 Prozent der Sterbenden sind an ihrem Lebensende in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen untergebracht. "Es wünschen sich jedoch 80 Prozent aller Menschen, die letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen", erklärt Palliativmediziner Thöns. "Dies scheitert bislang an unzureichenden ambulanten Versorgungsstrukturen."
Schon im letzten Jahr wurde zur Verbesserung dieser Situation das Palliativnetz-Bochum gegründet, ein Verbund aus spezialisiertem Pflegedienst, dreier ambulanter Hospizdienste, der Palliativstation am Bergmannsheil, der Alphaapotheke und dem Hospiz St. Hildegard. Zahlreiche Haus- und Fachärzte schlossen sich an. Nun wird die Lücke der spezialisierten ambulanten palliativärztlichen Versorgung geschlossen. Durch die Einbindung von acht palliativmedizinisch erfahrenen Kollegen aus Bochum wird kurzfristig ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst besetzt.
ÄP HINTERGRUND
Weitere Informationen zum Palliativnetz finden Sie unter
www.palliativweb.de.