Saarland kontrolliert Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern
Saarland kontrolliert Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern
Um Vernachlässigungen und Misshandlungen vorzubeugen, überprüft das Saarland seit diesem Montag, ob alle Kinder bis zu fünfeinhalb Jahren zu den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen gebracht werden.
02.04.07 - Als erstes Bundesland habe das Saarland dafür eine zentrale Stelle am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg eingerichtet, wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte. Wenn die Eltern auch nach einem Erinnerungsschreiben mit ihren Kindern nicht zum Kinderarzt gehen, würden Gesundheitsämter und Jugendämter eingeschaltet. Rechtliche oder finanzielle Sanktionen sind nicht vorgesehen.
Seit Montag gleichen die Mitarbeiter der zentralen Stelle die Daten der saarländischen Einwohnermeldeämter mit den Daten der Pädiater ab. Auf diesem Weg wird festgestellt, welche Kinder noch nicht zur jeweiligen Untersuchung gegangen sind. Für das Gesetz zur Einführung der verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen hatten Anfang Februar alle vier Landtagsfraktionen gestimmt.
Innen- und Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigte ein weiteres Projekt zum Schutz von Kindern an, dessen Ziel es sei, Eltern im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes zu begleiten. Im Rahmen des Modellprojektes "Frühe Hilfen" seien von 2008 an sowohl Kurse außerhalb des Hauses als auch entsprechende Unterstützung in den Haushalten der Eltern geplant. Wenn sich herausstelle, dass die Familie weiterer Hilfe bedürfe, sollten Experten beteiligt werden. An dem Modellprojekt, das zunächst bis 2010 laufen soll, werden sich laut Ministerium die Jugend- und Gesundheitsämter der Landkreise beteiligen sowie freie Träger der Wohlfahrtspflege, Beratungsstellen und Pädiater. dpa / fs
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