Besser Stärken herausfinden und diese fördern
Zu hohe Erwartungen der Eltern machen viele Kinder krank
Viele Kinder werden nach Expertenansicht wegen einer hohen Erwartungshaltung ihrer Eltern krank. „Dabei wird die Erziehungskompetenz der Eltern immer geringer“, sagte der Mediziner Prof. Stefan Wirth beim Herbstkongress des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands (BVKJ) im hessischen Bad Orb. Die Ärzte beschäftigen sich unter dem Titel „Das entwicklungsverzögerte Kind“ mit Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen sowie möglichen Therapien.
Das in unserer Gesellschaft alles möglichst perfekt und makellos sein soll, den Druck spüren auch schon Kinder. Foto: Rose
19.10.06 - Alles solle in unserer Gesellschaft möglichst perfekt und makellos sein, sagte Wirth. "Doch manche Auffälligkeiten sind in den Anlagen und die muss man akzeptieren." Wichtig sei, Stärken herauszufinden und sie zu fördern. Statt etwa Kinder schon in jungen Jahren zur Ergotherapie zu schicken, reiche mitunter schon die Anmeldung in einem Sportverein. "Die Kinder lernen dort den Umgang mit dem eigenen Körper", stellte der Mediziner fest. Auch der spielerische Wettbewerb mit anderen sei wichtig. "Diese Kinder sind in ihrem späteren Leben bereit, sich anzustrengen und Leistung zu bringen."
"Zum einen werden die Kinder schon früh mit Babyschwimmen, Krabbelgruppe und Ähnlichem gestresst", führte Wirth aus. Dies setze sich in durchgeplantem Sport-, Musik- und anderem Unterricht fort. Nach Wirths Beobachtung belastet die Erwartungshaltung vieler Eltern die Kinder zunehmend, was sich in Krankheitssymptomen äußere. Zahlen konnte der Mediziner dazu nicht nennen.
dpa