Gesundheitsrisiko für Bademeister und Schwimmlehrer
Dicke Luft im Hallenbad
Wer sich ständig in Hallenbädern aufhält, trägt ein erhöhtes Risiko für Sinusitiden und andere Erkrankungen der Atemwege.
Für die Badenden besteht nach Einschätzung der Wissenschaftler kein erhöhtes Risiko. Foto: Rose
28.03.07 - Als Ursache haben die Forscher der Universität Utrecht die Chemikalie Chloramin identifiziert. Diese entsteht aus einer Reaktion des zur Wasserdesinfektion eingesetzten Chlors mit Speichel, Schweiß und Urin der Schwimmer.
Die Wissenschaftlerin José Jacobs berichtet in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift "European Respiratory Journal", das Risiko respiratorischer Erkrankungen sei für das Personal in Hallenbädern deutlich erhöht.
Demnach leiden Schwimmlehrer zweieinhalb Mal häufiger an
Sinusitis als der Durchschnitt der Bevölkerung. Wer ständig am Schwimmbecken Dienst tue, habe sieben Mal häufiger
Dyspnoe beim Gehen. Anzeichen einer chronischen Erkältung seien bei solchen Probanden drei Mal so häufig festgestellt worden wie bei anderen Menschen.
Nur direkt am Becken erhöhtes Risiko
Die Forscher maßen die Chloramin-Konzentration in 32 Schwimmbädern und werteten mehr als 600 Fragebögen der Angestellten aus. Angestellte, die nicht direkt am Becken eingesetzt werden, sondern zum Beispiel an der Kasse, zeigten nicht mehr Symptome als die Normalbevölkerung.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Badenden kein erhöhtes Risiko eingehen, da sie sich nicht so lange im Schwimmbad aufhalten. Andererseits seien Bademeister oder Schwimmlehrer in der Regel kerngesund, während sich im Becken auch weniger widerstandsfähige Menschen tummeln, etwa Kinder und Alte. Deren Risiko sollte analysiert werden.
me / dpa