Studie beleuchtet Hintergründe von Fehlern bei der Arzneieinnahme
Ab drei Pillen wird's für Senioren gefährlich
Wann neigen ältere Patienten besonders dazu, Fehler bei der Einnahme ihrer verschriebenen Medikamente zu machen? Der Beantwortung dieser Frage haben sich Wissenschaftler des Primary Care Institute in Worcester im Rahmen einer Studie angenommen.
Ältere Patienten sind in puncto Medikamenteneinnahme häufig überfordert. Foto: Bilderbox
16.03.07 - Dr. Terry Field und Kollegen analysierten über einen Zeitraum von einem Jahr die Daten von 30 000 Medicare-Patienten. Während dieser Zeit ereigneten sich 129 unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen, die infolge von Einnahmefehlern seitens der Patienten passiert waren.
Dabei kam heraus, dass in knapp 42 Prozent der Fälle Fehler bei der Einnahme der Arzneien auftraten, nachdem Patienten von ihren Ärzten dazu aufgefordert worden waren, ihre
Medikation zu ändern. In 31,8 Prozent der Fälle führten Probleme bei der Handhabung der Medikamente zu irrtümlichem Verhalten.
Verwirrtheit und sensorische Probleme Hauptursachen für Medikationsfehler
Auch die Menge der einzunehmenden Arzneien spielt eine Rolle: Probanden, die drei bis vier Pillen schlucken mussten, liefen im Gegensatz zu jenen, die nur zwei oder weniger Medikamente verschrieben bekamen, doppelte Gefahr, etwas falsch zu machen. Wer mehr als sieben Arzneien einnehmen sollte, hatte sogar ein dreifach erhöhtes Risiko für einen Einnahmefehler.
Demenz, Verwirrtheit und sensorische Probleme stellten die hauptsächlichen Ursachen für die Medikationsfehler dar.
Hinweise zur Prävention unerwünschter Medikationsereignisse geben Forschungsresultate aus dem Jahr 2004. Dabei konnten Field und Kollegen folgende Risikofaktoren für Fehler bei der Medikamenteneinnahme identifizieren: fortgeschrittenes Alter, mehrere Erkrankungen, Einnahme vieler verschiedener Arzneimittel sowie das Schlucken von nicht-opioidalen Analgetika, Gerinnungshemmern, Entwässerungsmittel und
Antiepileptika. jj