Sorgen Sie für Abwechslung in der Küche - gewusst wie!
Gut essen trotz Histamin-Intoleranz
Für Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit sind viele Lebensmittel tabu. Doch Langeweile auf dem Speiseplan? Das muss nicht sein!
Nicht bei allen Menschen löst eine saftige Erdbeere positive Gefühle aus: Bei einer Histamin-Intoleranz kann die Frucht böse Beschwerden verursachen. Foto: dieBlen.de
02.04.07 - Sich gesund zu ernähren, bedeutet nicht automatisch, sich auch gesund zu fühlen. Ob frische Tomaten, köstliche Erdbeeren oder würziges Sauerkraut: Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, leidet nach dem Verzehr scheinbar gesunder Speisen nicht selten an vielerlei Beschwerden.
Symptome einer solchen Histamin-Intoleranz können zum Beispiel sein: Rötung und Hitzegefühl des Kopfes, Kopfschmerz, behinderte Nasenatmung (entweder durch Engstellung oder auch Fließschnupfen, Nasenschleimhautschwellung, Magen-Darm-Beschwerden (von Krämpfen über Blähungen bis zu Durchfall, oft fälschlicherweise Reizdarm diagnostiziert), Blähungen, chronisch-niedrigem Blutdruck (Hypotonie), bronchiale Obstruktion bis zu Asthmaanfällen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nesselsucht (chronisch und/oder akut) sowie Neigung zu Ekzemen. Weitere Symptome sind Sekundenschlaf beim Autofahren wegen Anschwellen der Nasenschleimhäute und damit verbundener Schlaflosigkeit in der Nacht.
Histamine vor allem in gereiften Lebensmitteln
Bei uns sind etwa drei Millionen Menschen von einer Histamin-Unverträglichkeit betroffen. Viele kennen den Auslöser ihrer Beschwerden jedoch nicht. Denn der "Feind auf meinem Teller" ist nicht leicht auszumachen. Warum? Histamin ist ein natürlicher Bestandteil vieler Nahrungsmittel. In unserem Essen ist es weit verbreitet. Lagert ein Lebensmittel lange, dann entwickelt es sich zu einer wahren "Histaminbombe": Sauerkraut, Fischkonserven, Dauerwurst, Rotwein, Hefeprodukte.
Was passiert genau im Körper? Histamin wird durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Bei einer Histamin-Intoleranz ist die Aktivität dieses Enzyms eingeschränkt und durch die Nahrung aufgenommenes und im Körper gebildetetes Histamin kann nicht oder nur teilweise abgebaut werden. Beim Verzehr histaminhaltiger oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel kommt dann es zu einer pseudoallergischen Reaktion des Körpers.
Die Schwankungsbreite des Histamingehaltes in Nahrungsmitteln ist abhängig von Frische, Reife und Sorte des Nahrungsmittels, daher:
Lebensmittel frisch verzehren.
Lebensmittel mit hohem Gehalt an biogenen Aminen wie Banane, Tomate, Spinat einschränken, auf gereifte Lebensmittel wie Sauerkraut ganz verzichten.
Fischsorten wie Makrele, Sardelle, Hering und Thunfisch einschränken/meiden. Fisch vor der Zubereitung wässern, da Histamin wasserlöslich ist.
Weißwein statt Rotwein nutzen.
Streichkäse und Butterkäse anstelle von Hartkäse verwenden, jungen Käse gegenüber referen Sorten vorziehen.
Kochwurst (Leberwurst) anstelle von Rohwurst (Salami) und Schinken verzehren.
GZ-TIPPS
Hier können Sie sich informieren
"Schlemmen Sie nach Herzenslust und finden Sie Freude am Zubereiten köstlicher Mahlzeiten, vom Snack bis zum Drei-Gänge-Menü!", sagen die Autoren des Ratgebers "Köstlich essen bei Histamin-Intoleranz". Das im TRIAS Verlag, 2006 in Stuttgart erschienene Kochbuch stellt 110 Koch- und Backrezepte vor, die leicht nachzukochen und gut bekömmlich sind. Außerdem erfahren Betroffene, welche Lebensmittel kein oder nur wenig Histamin enthalten, wie sie richtig gelagert und zubereitet werden. Der Ratgeber enthält verschiedene Koch- und Backideen für ein abwechslungsreiches Frühstück, Mittag und Abendbrot. Auch Süßspeisen und Gebäck sind bei Histamin-Intoleranz nicht tabu. Alle Zutaten sind im Supermarkt, Bioladen, Reformhaus und Metzger erhältlich.
Sie können sich auch anderweitig informieren: Ausführliche Angaben über den Histamingehalt einzelner Nahrungsmittel, Rezepte für eine histaminarme Kost sowie eine Übersicht über eine ausgewogene Ernährung bei einer Histamin-Intoleranz gibt es zum Beispiel auch exklusiv für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V.
Bei Interesse wenden Sie sich an die:
DAAB-Bundeszentrale
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