Babys erkennen Fremdsprache an der Mimik
Zweisprachig aufwachsende Kinder bewahren die Fähigkeit länger
Babys erkennen Fremdsprache an der Mimik
Im Alter von vier bis sechs Monaten können Babys an der Mimik eines Sprechers ablesen, ob er in ihrer Muttersprache oder in einer Fremdsprache redet.
25.05.07 - Bei Kindern, die einsprachig aufwachsen, geht diese Fähigkeit mit etwa acht Monaten wieder verloren, berichten Whitney Weikum und Kollegen von der University of British Columbia (Vancouver/Kanada) in "Science". Zweisprachig aufwachsende Kinder hingegen könnten Sprachen länger allein durch das Sehen auseinander halten.
Der Gesichtsausdruck des Sprechers gehört zu den dynamischsten und hervorstechendsten Reizen, die Babys beim Erlernen einer Sprache wahrnehmen. Ob diese Reize allerdings ausreichen, um verschiedene Sprachen voneinander zu unterscheiden, war bislang unklar. Die kanadischen Forscher spielten Babys im Alter von vier, sechs und acht Monaten Videos vor, in denen ein Sprecher einen Satz auf Englisch oder Französisch sagt - allerdings ohne Ton. Nach einer gewissen Zeit zeigten sie den Babys dann ein weiteres stummes Video, entweder in der gleichen oder aber in der jeweils anderen Sprache.
Aufmerksamkeit nimmt beim Wechsel der Sprache zu
Einen Wechsel der Sprache nahmen die vier und sechs Monate alten Babys wahr. Dies äußerte sich darin, dass sie dem Sprecher im zweiten Video mehr Aufmerksamkeit widmeten, wenn er in einer andere Sprache redete. Gemessen wurde diese Aufmerksamkeit über einen Computer, der die Augenbewegungen der Kinder erfasste und maß, wie lange sie den Sprecher beobachteten.
Achtmonatige Babys, die einsprachig aufwuchsen, bemerkten den Wechsel nicht mehr. Ihre Aufmerksamkeit stieg nicht mehr, wenn der Sprecher in einer anderen Sprache redete. Da sie im Alltag nur eine Sprache sähen und hörten, benötigten sie die Fähigkeit einfach nicht mehr, schreiben die Wissenschaftler.
Zweisprachig aufwachsende Kinder hingegen behielten diese Fähigkeit länger, zeigten die Experimente. Bei einem Sprachwechsel im Video stieg ihre Aufmerksamkeit wieder an. Dies sei bei diesen Kinder für das Trennen und Erlernen verschiedener Sprachen weiterhin wichtig, erläutert Weikum. dpa / mnt / fs
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