ADHS: Neue Mutter-Kind Studie
ADHS: Neue Mutter-Kind Studie
Eine neue Therapiestudie zur Behandlung der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung ADHS wird derzeit an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg durchgeführt.
Teilnehmen können Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und deren Mütter, wenn bei beiden eine ADHS vorliegt oder anzunehmen ist. Insgesamt werden für mindestens 36 Mutter-Kind-Paare Therapieplätze geschaffen. Die Studie soll über drei Jahre laufen.
Etwa ein Viertel der Kinder mit ADHS haben einen ebenfalls betroffenen Elternteil, und mehr als die Hälfte der Eltern mit ADHS haben ein betroffenes Kind. Es ist also gar keine Seltenheit, dass sowohl bei der Mutter als auch beim Kind eine ADHS vorliegt. Zwar wird üblicherweise mit dem Erwachsenwerden die motorische Unruhe geringer, doch viele Betroffene haben weiterhin Schwierigkeiten, sich längere Zeit zu konzentrieren, sind ungeduldig oder haben Stimmungsschwankungen.
Eine ADHS kann effektiv behandelt werden. Bei Kindern ist neben der medikamentösen Therapie auch die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie gesichert. In der Therapiestudie soll untersucht werden, ob sich durch die Behandlung der ADHS der Mütter die Wirksamkeit eines Elterntrainings zur Behandlung der ADHS des Kindes erhöht. Dazu wird zunächst eine ausführliche Diagnostik mit Kind und Mutter stattfinden.
Die Studienbehandlung wird dann zwei Phasen haben. Die erste Behandlungsphase richtet sich auf die ADHS der Mutter (entweder Gruppenpsychotherapie und Stimulanzienbehandlung oder aber Einzelberatungstermine). In der zweiten Phase wird ein Elterntraining zur Behandlung der ADHS des Kindes bei allen an der Studie teilnehmenden Familien durchgeführt. Begleitend werden diagnostische Termine stattfinden, um den Behandlungsverlauf zu erfassen.
Gefördert wird das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms "Forschungsverbünde zur Psychotherapie" - "Psychotherapie der ADHS im Kindes- und Erwachsenenalter" gefördert.
REHACARE.de; Quelle: Universitätsklinikum Saarland
|