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Alt 11.09.2007, 16:28
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Für ältere Patienten: Xenon als Narkosegas

Für ältere Patienten: Xenon als Narkosegas

Berlin (ots) - Das Edelgas Xenon eignet sich als Narkosegas vor allem bei der Behandlung von alten und herzkranken Patienten sowie für Patienten mit "Verwirrtheitszuständen" infolge von Narkose oder anderen Störungen der Gedächtnisleistung. Zu diesem Ergebnis gelangt das Ärzteteam der Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, nachdem mehr als 400 Patienten in den vergangenen fünf Jahren mit Xenon in den Narkoseschlaf versetzt wurden. "Bereits 2002, als wir Xenon im Rahmen des Zulassungsverfahrens in einer klinischen Prüfung des Bundesamtes für Arzneimittelsicherheit eingesetzt haben, waren wir von den Vorteilen bei operativen Eingriffen an herzkranken Patienten überzeugt", betont Chefarzt Dr. med. Matthias Reyle-Hahn. "Das Kreislaufverhalten bleibt extrem stabil. Wir müssen fast keine Medikamente einsetzen, um den sonst üblichen Blutdruckabfall bei einer Anästhesie zu therapieren." Xenon gehe keine chemischen Verbindungen im Körper ein und werde demnach nicht wie andere Inhalationsgase verstoffwechselt, sondern nur ein- und unverändert wieder ausgeatmet. In der täglichen Routine stellten die Ärzte einen weiteren Vorteil fest. Verwirrtheitszustände und Gedächtnisstörungen, wie sie vor allem häufig bei hoch betagten Patienten vorkommen, traten nur noch sehr selten auf. Dasselbe gilt für Patienten anderer Altersstufen, die bei früheren Narkosen schwere "Durchgangstörungen" wie Halluzinationen aufwiesen. "Scheinbar sorgt Xenon für eine deutlich bessere Durchblutung in Geweben während der Operation", erklärt Dr. Reyle-Hahn. Trotz der Zulassung von Xenon als Narkosemittel in Deutschland seit 2005 sowie in Westeuropa seit 2007 wird es kaum im Routinebetrieb eingesetzt. In Deutschland ist es in nicht mehr als fünf Krankenhäusern verfügbar. Denn die Vorraussetzung für den kostengünstigen Einsatz sind geschlossene Anästhesiesysteme. Ein Liter kostet etwa 15 Euro. Der Verbrauch für eine zweistündige Anästhesie liegt bei etwa 18 Litern, in normalen Anästhesiesystemen hingegen bei 60 Litern. Medizinisch begründet sieht der Anästhesist Xenon nicht als "Narkosegas für jedermann und alles". Das Anästhetikum sei sicher für lange, schwere Operationen die bessere Alternative. "Es könnte auch sinnvoll sein, Xenon bei Patienten mit muskulären Erkrankungen, Störungen wie maligner Hyperthermie oder zur Schlafinduktion von Beatmungspatienten auf der Intensivstation einzusetzen. Hier liegen jedoch derzeit zu wenige Erfahrungen vor." Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau mit 524 Betten behandelt jährlich rund 25.000 Patienten stationär und 30.000 ambulant. Die Klinik gehört zum Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser e.V.



Quelle: Nezdoktor
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