Schulpolitik
Erboste Eltern klagen gegen das Land Berlin
Sonntag, 6. September 2009 22:17 - Von Regina Köhler
Behinderte Kinder benötigen beim Lernen mehr Zuwendung. Deshalb wollte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mehr Geld für Fachkräfte, sogenannte Schulhelfer, ausgeben. Doch stattdessen wurden die Wochenstunden drastisch gekürzt. Das lassen sich betroffene Eltern nicht gefallen. Sie wehren sich.
Entgegen der Ankündigung des Senats, die Zahl der Schulhelfer an den Berliner Schulen zu erhöhen, sind die Wochenstunden für derartige Hilfen zu Beginn des neuen Unterrichtsjahres drastisch gekürzt worden. Schulhelfer haben eine besondere Ausbildung im medizinischen Bereich. Bislang wurden sie an Förderschulen, aber auch an Regelschulen eingesetzt, um dort bei der Integration behinderter Kinder behilflich zu sein. Im vergangenen Schuljahr wurden 1377 Kinder und Jugendliche von solchen Fachkräften betreut. Anzeige
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Die Auswirkung der Kürzungen bekommt nicht nur Sabine Hennig zu spüren. Sie ist verzweifelt. Ihr Sohn Max ging bisher gern zur Schule. Der 16-Jährige ist Autist und braucht intensive Begleitung, um am Unterricht teilnehmen zu können. „Diese Betreuung war an der Panke-Schule durch einen Schulhelfer sichergestellt, der ihm 25 Wochenstunden zur Seite stand. Mit dem neuen Schuljahr aber hat sich die Wochenstundenzahl auf sieben reduziert“, so die Mutter. Diese Zeit reiche nicht mehr aus, um Max so zu helfen, dass er in der Schule Erfolg hat. „Mein Sohn spricht nicht, sondern kann nur mit Hilfe eines Computers mitarbeiten. Deshalb braucht er jemanden, der neben ihm sitzt und ihm den Schulstoff extra aufbereitet“, so die 41-Jährige weiter. Außerdem müsse er ständig beobachtet werden. Es käme immer wieder zu Situationen, in denen Max total überfordert sei, aggressiv reagiere oder aus dem Klassenraum laufe. Dann müsse der Schulhelfer reagieren.
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