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Alt 09.03.2008, 15:03
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Standard Metabolisches Syndrom bei Kindern: Mit dem Maßband das Risiko abschätzen?

Metabolisches Syndrom bei Kindern: Mit dem Maßband das Risiko abschätzen?



Das metabolische Syndrom betrifft nicht mehr nur Erwachsene, sondern auch Kinder. Laut italienischen Forschern um Dr. Claudio Maffeis sind zur frühzeitigen Identifizierung von Kindern mit einer Vorstufe des metabolischen Syndroms nur eine Größen-Skala und ein Maßband notwendig. Denn dicke fünf- bis 15-jährige Kinder, bei denen das Verhältnis Taille zu Körpergröße größer als 0,5 ist, haben im Vergleich zu normalgewichtigen Kindern mit einem geringeren Taille-zu-Körpergrößenquotienten ein achtfach erhöhtes Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln.
„Unter diesem Syndrom versteht man bei Erwachsenen eine Krankheitseinheit mit folgenden Störungen: Fettleibigkeit, die vor allem durch bauchbetontes Übergewicht gekennzeichnet ist, d.h. eine „Apfelform“-Figur. Gleichzeitig mit dem Übergewicht ist noch ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Diabetes mellitus Typ II), Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) nachweisbar, sind erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) und/oder erhöhte Harnsäurewerte (Hyperuricämie) feststellbar. Bei Kindern ist dieses Krankheitsbild noch nicht einheitlich definiert“, erklärt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt aus Zwickau. Experten sprechen bei Kindern selten vom metabolischen Syndrom, wenn mehrere Faktoren bei ihnen zusammen auftreten. Das metabolische Syndrom kann in seiner Folge u.a zu Arteriosklerose und schließlich zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen.
Mittlerweile hat sich eine Forschergruppe formatiert, die Pediatric Metabolic Syndrome Working Group (PMSWG), um sich mit diesem Thema zu befassen und nach einer einheitlichen Definition des metabolischen Syndroms bei Kindern zu suchen. Einige Studien weisen daraufhin, dass bauchbetontes Übergewicht auch bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms oder einer Zuckererkrankung besser vorhersagen kann als der Body Mass Index (BMI). Dr. Claudio Maffeis und seine Kollegen von der Universität von Verona haben diese Vermutung bestätigt. Ihre Studie basiert auf den Daten von fast 1.500 italienischen Kindern. Wenn die kleinen Patienten mindesten zwei überhöhte Werte beim Blutdruck, bei den Blutfettwerten und/oder beim Blutzuckerspiegel aufwiesen, erfüllten sie nach den italienischen Wissenschaftlern die Definition „metabolisches Syndrom“. Je nach Begriffsbestimmung sind etwa 2 bis 9% der Teenager bereits von einem metabolischen Syndrom betroffen. Mehr als 40% der übergewichtigen, aber nicht fettleibigen italienischen Studienteilnehmer litten unter Bluthochdruck, etwa 13% hatten überhöhte Blutfettwerte und bei etwa 5% war der Blutzuckerspiegel zu hoch.
„Für Jugendliche mit einem metabolischen Syndrom besteht die Gefahr, bereits im mittleren Erwachsenenalter an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden sowie Alters-Diabetes zu bekommen. Deshalb ist es so wichtig, erste Anzeichen frühzeitig zu ermitteln und zu bekämpfen. Insbesondere ihren übergewichtigen Jugendlichen sollten Eltern raten, Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen. Wenn Erwachsene mindestens alle zwei Jahre ihre Gesundheit kontrollieren sollten, so gilt dies auch für Jugendliche bis zur Volljährigkeit“, so Professor Nentwich.

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