Wer längerfristig Entzündungshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS, „Aspirin“) oder Ibuprofen einnimmt und dann an Darmkrebs erkrankt, hat ein um nahezu 20 Prozent gesenktes Risiko, an seiner Krankheit zu versterben.
Wissenschaftler um Prof. Dr. Cornelia Ulrich vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) untersuchten die Frage, welchen Effekt die Einnahme dieser sogenannten nichtsteroidalen Entzündungshemmer auf die Schwere und den Verlauf von Darmkrebs hat. Denn viele Menschen erhalten über Jahre hinweg niedrig dosiert ASS gegen einen möglichen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder nehmen regelmäßig Ibuprofen über einen längeren Zeitraum gegen Schmerzen oder Gelenkentzündungen ein.
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Sie fanden heraus, dass die Einnahme egal welcher der beiden Entzündungshemmer die Schwere der Krebserkrankung in vielen Fällen abmilderte. „Die Einnahme der Medikamente ASS oder Ibuprofen senkte die Sterblichkeitsrate bei Darmkrebspatienten um nahezu 20 Prozent. Dadurch konnten wir die Beobachtungen bestätigen, die sich in früheren Studien schon angedeutet haben", berichtet Cornelia Ulrich, die in Deutschland den einzigen Lehrstuhl für Krebsprävention inne hat. „Diejenigen Patienten, die regelmäßig zwei Jahre vor der Diagnose Entzündungshemmer eingenommen haben, entwickelten seltener Tumoren in dem Teil des Darms, der näher am Dünndarm liegt. Diese Tumoren haben eine weniger gute Prognose." Dabei wirkte eine Einnahmezeit von über zwei Jahre bereits schützend. Eine längere Behandlungszeit mit Entzündungshemmern brachte keinen zusätzlichen Schutz.
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