Gewitter im Kopf - Epilepsieforschung in Bonn Mit etwa 600.000 Betroffenen ist die Epilepsie die zweithäufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. In der Regel lässt sie sich gut behandeln: Etwa zwei Drittel aller Patienten profitierten derart von einer medikamentösen Therapie, dass sie ein weit gehend normales Leben ohne Anfälle zu führen vermögen. Das restliche Drittel der Patienten gilt jedoch als mehr oder weniger pharmako-resistent. In dieser Gruppe gibt es laut Prof. Christian Elger, Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn, zahlreiche Fälle, die von einem epilepsiechirurgischen Eingriff - der operativen Entfernung eines Epilepsieherdes im Gehirn - so profitieren können, dass sie nach der Operation dauerhaft anfallsfrei sind. Über 150 Patienten unterziehen sich jährlich in Bonn einem solchen Eingriff - mehr als in allen anderen Zentren, auch verglichen mit den USA. 60 bis 70 Prozent der Patienten sind nach der Operation dauerhaft anfallsfrei, bei den meisten anderen Patienten tritt eine erhebliche Verbesserung der Anfallssituation ein. Zusätzliche Funktionsstörungen werden durch den Eingriff bei komplikationslosem Verlauf nicht verursacht. Voraussetzung für eine solche Operation ist aber eine aufwändige prächirurgische Epilepsiediagnostik, die in sehr schweren Einzelfällen mehrere Wochen beanspruchen, in der Regel jedoch innerhalb weniger Tage durchlaufen werden kann. Feste Bestandteile dieser Diagnostik sind bildgebende strukturelle (MRT) und zunehmend auch funktionelle (fMRI, SISCOM) Verfahren. Bei einem Teil der OP-Kandidaten müssen Elektroden in das Gehirn eingebracht werden, um einen Epilepsieherd, der sich in erster Linie durch krankhafte elektrische Entladungen der Nervenzellen bemerkbar macht, so exakt zu lokalisieren, dass ein späterer operativer Eingriff möglichst schonend vorgenommen werden kann. Prof. Elgers Fazit: "Viele wichtige Fragen rund um das menschliche Gehirn lassen sich im Umfeld der prächirurgischen Epilepsiediagnostik optimal bearbeiten". Prof. Dr. Christian Elger ist Sprecher des Kompetenznetzwerkes NeuroNRW und einer der elf Verfasser des Manifestes "Hirnforschung im 21. Jahrhundert".
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Quelle: Epi - News