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Magersucht, Bulimie, Binge-Eating oder Adipositas – jede Essstörung stellt ein schweres gesundheitliches Problem dar. Sie treten häufig gemeinsam mit anderen Krankheitsbildern oder Begleiterscheinungen auf, wie etwa Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, u.a. Wissenschaftler vermuten sowohl genetische als auch Umweltfaktoren als Ursache für Essstörungen. Jüngere Studien wiesen außerdem einen Zusammenhang zwischen Komplikationen während der eigenen Geburt und späteren Essstörungen nach.
In einer Studie an der Universität Padua, Italien, werteten Wissenschaftler unter der Leitung von Angelo Favaro die Daten von 700 Frauen aus, wobei deren Geburtsunterlagen mit Angaben zur aktuellen Lebenssituation verglichen wurden. 114 der befragten Frauen waren magersüchtig, 73 litten unter Bulimie. Die Auswertung der Daten zeigte einen Zusammenhang zwischen den Essstörungen und Problemen während oder nach der Geburt.
Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass Magersucht besonders durch Diabetes und Anämie der Mutter während der Schwangerschaft sowie durch Herzprobleme und Unterkühlung des Neugeborenen gefördert wird. Bulimie hingegen trat vorwiegend bei solchen Frauen auf, deren Geburt ungewöhnlich schnell verlaufen war und die ein besonders niedriges Geburtsgewicht aufwiesen. Des Weiteren ergab sich, dass die Essstörung umso früher auftrat, je mehr Geburtskomplikationen vorlagen.
Eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Essstörung und Geburtskomplikationen konnten die Wissenschaftler bisher nicht vorweisen, sie vermuten jedoch eine durch die Komplikationen hervorgerufene Störung der Sauerstoffzufuhr im Mutterleib, welche später das Essverhalten beeinflussen könnte.
Quelle(n):
Pressemitteilung der Universität Padua, Italien: Perinatal Factors and the Risk of Developing Anorexia Nervosa and Bulimia Nervosa (01.01.2006)
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