Was ist eine Spinalanästhesie?
Die Spinalanästhesie gehört zu den Narkoseformen, bei denen nur eine Körperregion betäubt wird. Sie ist also eine örtliche Narkose oder Regionalanästhesie.
Das Narkosemittel wird in den so genannten Subarachnoidal-Raum injiziert. Dieser mit Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gefüllte Raum befindet sich zwischen zwei Häutchen, die zusammen die weiche Rückenmarkshaut bilden.
Die Spinalanästhesie erzeugt eine Schmerzfreiheit des unteren Bauchraumes und der unteren Extremitäten.
Wie funktioniert die Spinalanästhesie?
Durch ein in den Wirbelkanal eingespritztes Lokalanästhetikum wird die Schmerzleitung von der unteren Körperregion zum Gehirn im Bereich des Rückenmarks unterbrochen. Der Patient nimmt keinen Schmerz wahr.
Wozu dient die Spinalanästhesie?
Einige Operationen an den unteren Extremitäten und im Unterbauch können alternativ zu einer
Vollnarkose in Spinalanästhesie durchgeführt werden. Typische Operationen, die sich hierfür eignen, sind beispielsweise Operationen am Bein, an der Hüfte, in der Leiste und im Bereich von Harnröhre und Harnblase.
Was ist vor einer Spinalanästhesie zu beachten?
Bei einer Spinalanästhesie darf die
Blutgerinnung nicht beeinträchtigt sein. Daher müssen Patienten, die kurz vor der Operation
blutgerinnungshemmende Medikamente angewendet haben, von einer Spinalanästhesie ausgeschlossen werden.
Ob die geplante Operation sich für eine Spinalanästhesie eignet oder nicht, besprechen Patient und Anästhesist beim Gespräch zur Vorbereitung der Narkose.
Wie wird die Spinalanästhesie durchgeführt?
Der Patient erhält zunächst eine lokale Betäubung. Dann punktiert der Arzt unter sterilen Bedingungen mit einer hauchdünnen Nadel zwischen zwei Lendenwirbelkörpern den Wirbelkanal. Durch Einspritzen einer kleinen Menge von Lokalanästhetikum, das in die Rückenmarksfasern eindringt, wird die Schmerzleitung zum Gehirn unterbrochen. Die Ausdehnung der Spinalanästhesie kann durch die Menge des Lokalanästhetikums und durch die Änderung der Lage des Patienten beeinflusst werden. Nach etwa 15 Minuten ist die endgültige Ausdehnungsgrenze erreicht, der Patient empfindet keine Schmerzen mehr.
Welche Komplikationen können bei der Spinalanästhesie auftreten?
Mögliche, aber seltene Komplikationen einer Spinalanästhesie sind:
- Kopfschmerzen, etwa zwei Prozent, vor allem junge Frauen
- Blutdruckabfall
- Störungen der Atmung
- Neurologische Störungen
Direkte Schädigungen des Rückenmarks sind allerdings kaum möglich, da in der Höhe der Punktionsstelle in der Lendenwirbelsäule nur noch einzelne Rückenmarksfasern, nicht mehr der Rückenmarksstrang insgesamt verläuft. Die verwendeten Nadeln besitzen zudem eine abgerundete Spitze, wodurch selbst bei direkter Berührung durch die Nadelspitze die Rückenmarksfasern nicht verletzt werden. Aus diesen Gründen sind bleibende Nervenschäden und die vom Patienten oft befürchtete Querschnittslähmung nur in ganz seltenen Einzelfällen beschrieben worden.
Die Spinalanästhesie gilt als ein sehr sicheres Verfahren, das in Deutschland vieltausendmal pro Jahr angewandt wird, ohne Nervenschäden zu verursachen.
In der postoperativen Phase kann es vorübergehend zu Blasenfunktionsstörungen kommen, die völlig verschwinden, sobald die Spinalanästhesie ihre Wirkung verloren hat.
Der in früheren Jahren häufige Kopfschmerz nach einer Spinalanästhesie ist seit der Verwendung hauchdünner Nadeln selten geworden. In den wenigen Fällen, in denen er noch auftritt, kann er durch geeignete Maßnahmen behandelt werden und verschwindet nach wenigen Tagen folgenlos.
Alle Komplikationsmöglichkeiten, die sich aus der Anwendung einer Spinalanästhesie oder aus dem Gesundheitszustand des Patienten ergeben, werden eingehend zwischen dem Narkosearzt und dem Patienten beim Gespräch zur Vorbereitung der Narkose besprochen.
Welche Alternativen gibt es zur Spinalanästhesie?
Für Operationen am Bein können auch andere Formen der lokalen Betäubung oder Regionalanästhesie in Frage kommen.
Falls der Patient eine lokale Form der Narkose nicht wünscht, kann er sich mit dem Anästhesisten jederzeit für eine Vollnarkose entscheiden.
Quellen
Klinik für Anaesthesiologie der Universität zu Köln