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Alt 21.10.2005, 09:35
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micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
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Standard Paralympics? Denkste: Olympia!

Paralympics? Denkste: Olympia!

Die Prothetik ist eine der unterschätzten Disziplinen der Medizin. Einen verletzten Patienten zu behandeln, eine Operation nach einem Unfall durchzuführen, das ist die eine Sache. Unfallopfern aber, die ein Bein oder einen Arm verloren haben, ein möglichst problemarmes Alltagsleben zu ermöglichen, ist etwas ganz anderes.

Zwar ist die Prothetik nicht ganz so alt wie die Medizin, aber doch fast. Ehrgeizigen Prothesenträgern gelangen schon lange vor dem Computerzeitalter erstaunliche sportliche Leistungen, wie nicht zuletzt die Paralympics immer wieder zeigen. Doch in die Prothesen integrierte Mikroprozessoren erlauben Prothesenträgern seit einiger Zeit einen weit unkomplizierteren Zugang zum Sport als ihn die so genannten Bremsgelenke oder rein pneumatisch oder hydraulisch gesteuerten Systeme je boten.



Prothese an Knie: Jetzt abknicken!

Ganz vorne im Markt der computergesteuerten Beinprothesen hat sich die Thüringer Firma Otto Bock platziert. Mit ihrem C-Leg hat sie zuletzt in diesem Frühjahr den Londoner Independent Living Design Award gewonnen. Das Besondere am C-Leg - "c" steht natürlich für "computerized" - ist das Knie, das während des gesamten so genannten Gehzyklus, also sowohl beim Schwungholen als auch beim Stehen, computergesteuert wird. Hochempfindliche, integrierte Sensoren, die unter anderem den Beugewinkel im Kniegelenk, die Winkelgeschwindigkeit und das Ausmaß der Dehnung von Vorder- und Rückseite der Prothese registrieren, melden 50 Mal pro Sekunde ihre Messwerte an den Mikroprozessor. Dadurch "weiß" das Bein, was der Prothesenträger gerade tut. Über eine Hydraulik wird dann entsprechend der eingegangenen Informationen das Knie "eingestellt". Durch diese sehr präzise Kontrolle lassen sich nun auch typische Problemsituationen für herkömmliche Prothesen wie schiefe Ebenen, unebenes Gelände oder Treppen gut bewältigen.
Das Magazin Wired meldete in seiner Augustausgabe, dass ein amerikanischer C-Leg-Träger im September an dem berühmten Nautica-Malibu-Triathlon teilnehmen wird. Auf Betroffenenwebseiten berichten Wagemutige sogar über Trampolinsprünge mit Saltos. Billig ist das Ganze nicht, aber gemessen am immensen Nutzen sind die 23.000 bis 50.000 Euro je nach Version mit Sicherheit gut angelegtes Geld, das auch oft von den Krankenkassen bezahlt wird.



Schwieriger: Die Herstellung von Armprothesen.

Der Bewegungsumfang, den ein künstlicher Arm zu bewältigen hat ist ungleich höher als bei einem Bein, und die Bewegungen, insbesondere der Hand, sind feiner und differenzierter. Die am weitesten entwickelten Roboterhände arbeiten heute myoelektronisch. Das heißt, dass der Träger mit Muskelsignalen arbeitet, die die elektrische Spannung an der Hautoberfläche im Mikrovoltbereich ändern. Dies wird von Elektroden registriert und dann in Handbewegungen umgesetzt, etwa bei dem sogenannten Greifer. Mittlerweile gibt es auch Hände, die mit intelligenten Sensoren ausgestattet sind und die so zu einem gewissen Grad das Fühlen ersetzen können. Das ist wichtig, um einmal ergriffene Gegenstände auch sicher in der Hand zu halten. Diese Sensorhände registrieren sich ändernde Kräfte in den künstlichen Fingern und regulieren die Griffstärke dann automatisch nach, etwa wenn ein gehaltenes Weinglas gefüllt wird.


(Quelle: Newsletter DocCheck )
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Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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