Diabetes: Gentest gibt Alarm
Bonn (ddp). Bei vielen Diabetikern schädigt der hohe Blutzuckerspiegel im Laufe der Jahrzehnte die Gefäße im Auge. Jedes Jahr erblinden rund 6000 Patienten im Zuge dieser so genannten «Retinopathie». Das Netzhautleiden gilt auch als Warnsignal für Diabetes-bedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen - gefürchtete Spätfolge: Herzinfarkt. Mediziner der Universität Bonn haben jetzt einen Gentest zum Patent angemeldet, der besonders gefährdete Patienten identifiziert. Ein paar Tropfen Blut sollen künftig verraten, ob ein Diabetiker ein erhöhtes gesundheitliches Risiko trägt. Bei ihrem Test messen die Mediziner den Spiegel von sieben Proteinen im Blut. Sind die Werte charakteristisch erhöht, besteht ein gesteigertes Risiko, an dem Netzhautleiden zu erkranken. Meist verläuft die Krankheit mild und lässt sich gut behandeln. Wichtig ist vor allem, dass die Patienten ihren Blutzuckerspiegel durch eine passende Diät und Insulingaben möglichst konstant halten. Das Augenleiden gilt auch als Warnsignal für einen drohenden Infarkt. Denn wie die Adern im Auge kann die Zuckerkrankheit auch Herzgefäße angreifen. Die Betroffenen bemerken dies meist nicht, denn durch die Glucoseschwankungen gehen mit der Zeit auch Nervenzellen im Herzmuskel zu Grunde, so dass der Diabetiker keine Schmerzen in der Brust verspürt. Weiß man aufgrund des positiven Bluttests um die Gefahr, kann man Risikopatienten regelmäßig radiologisch auf Anzeichen eines «stillen Infarkts» untersuchen. Auch durch Medikamente, einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel und eine gesunde Lebensführung lässt sich ein Infarkt vorbeugen.
Quelle: Netdoctor
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