Ungeborene profitieren von früher Behandlung nicht
Toxoplasmose-Screening für Schwangere nutzlos?
Das pränatale Screening auf Toxoplasmose scheint sich für schwangere Frauen nicht auszuzahlen. Ungeborene profitieren jedenfalls kaum von einer frühen Behandlung ihrer Mütter, wie eine Meta-Analyse aus Frankreich zeigte.
Schwangere Katzen-Besitzerinnen haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Sie sollten das Katzenklo möglichst nicht selbst reinigen. Foto: PHIL
22.03.07 - Infizieren sich Fauen vor oder während einer Schwangerschaft mit Toxoplasma gondii, dann kann dies den Embryo gefährden. In verschiedenen Europäischen Ländern bietet man daher Schwangeren routinemäßig an, sie auf eine solche Infektion zu testen, um rechtzeitig therapieren zu können. Dieses Screening gibt es seit rund drei Jahrzehnten. Ob es den Infektionsverlauf für das ungeborene Kind aber tatsächlich positiv beeinflusst, konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.
Französische Wissenschaftler haben nun 26 Studien zum Screening auf
Toxoplasmose reanalysiert. Die Studienleiter wollten insbesondere wissen, ob der Zeitpunkt des Screenings beziehungsweise der erstmalige Einsatz eines Medikamentes gegen den Erreger Toxoplasma gondii irgendeinen Einfluss auf die Gesundheit des Babys hat.
Späte Infektion der Mutter erhöht Risiko der Übertragung
Resultat der Meta-Analyse: Bei 1.438 Schwangeren, die wegen einer Toxoplasmose antibiotisch behandelt wurden, konnte eine Behandlung innerhalb der ersten drei Wochen nach
Serokonversion offenbar die Mutter-Kind-Übertragung des Bakteriums nur minimal besser reduzieren als ein Behandlungsbeginn mehr als acht Wochen nach einer Serokonversion.
Analysiert wurden auch die Daten von 550 infizierten Neugeborenen. Ob deren Mütter während der Schwangerschaft medikamentös gegen Toxoplasma gondii behandelt wurden oder nicht, hatte offenbar keinen messbaren Einfluss auf die klinischen Auswirkungen der Infektion beim Kind.
Ein Nebenbefund der Meta-Analyse war: Je später in der Schwangerschaft sich eine angehende Mutter mit dem Bakterium infiziert, desto höher das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung, desto geringer aber das Risiko intrakranialer Läsionen. ag / Quelle: The Lancet 2007, Vol. 369, S. 115-122