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Alt 12.10.2006, 18:54
Nancy
 
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Standard Toxoplasmose: Erreger beeinflusst Geschlecht des Embryos

Heidelberg (ddp). Eine schlummernde Toxoplasmose-Infektion bei schwangeren Frauen verändert das Geschlechterverhältnis beim Nachwuchs: Frauen, die Antikörper gegen den Erreger der häufig über Katzenkot übertragenen Krankheit besitzen, bringen bis zu 2,5-mal häufiger Jungen zur Welt. Diesen Zusammenhang haben tschechische Forscher durch Analysen von Daten über mehr als 1800 Geburten herausgefunden. Über ihre Ergebnisse berichten Jaruslav Flegr von der Karls-Universität in Prag und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «Naturwissenschaften» (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1007/s00114-006-0166-2). Die Toxoplasmose ist eine häufige, aber meist harmlos verlaufende Erkrankung, die ein einzelliger Parasit namens Toxoplasma gondii verursacht. Die meisten Infektionen bleiben sogar völlig unbemerkt. Die Ansteckung mit den Erregern kann durch den Genuss von rohem Fleisch oder über Kontakt mit Katzenkot erfolgen. Kommt es jedoch während einer Schwangerschaft zur Infektion, kann das ungeborene Kind Schaden nehmen. Deshalb werden bei Schwangerschaften regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Infektionen können dabei über die Antikörper, die der Mensch gegen den Erreger bildet, festgestellt werden. Bei einer latent verlaufenden Infektion kommt es zu keinen Symptomen, die Antikörper sind jedoch meist lebenslang im Körper nachweisbar. Nach Aussagen der Forscher sind von dieser schlummernden Infektion in Deutschland rund 39 Prozent der Frauen betroffen. Für ihre Studie unersuchten die Wissenschaftler die Klinikunterlagen von Schwangeren, die in den Jahren 1996 bis 2004 in verschiedenen Kliniken Tschechiens Kinder zur Welt brachten. Diese Frauen wurden routinemäßig auf die Konzentration von Antikörpern gegen Toxoplasmose untersucht. Aus den Unterlagen ging ebenfalls hervor, ob die Frauen anschließend ein Mädchen oder einen Jungen bekamen. Die Forscher stellten bei ihren Analysen fest, dass Frauen, die Toxoplasmose-Antikörper im Blut aufwiesen, häufiger Jungen zur Welt brachten als Toxoplasmose-negative Mütter. Mit steigender Konzentration der Antikörper im Blut verstärkte sich dieser Zusammenhang: Die Frauen mit den höchsten Werten hatten eine bis zu 2,5-mal höhere Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu gebären. Verantwortlich dafür sei eine bessere Überlebensrate von männlichen Embryonen in den frühen Phasen der Schwangerschaft, sagen die Wissenschaftler. Die Ursachen dafür sind allerdings noch unklar. Die Wissenschaftler vermuten aber, dass Veränderungen des Immunsystems bei den Toxoplasmose-infizierten Frauen dieses Phänomen verursachen. Um weitere Informationen über den Zusammenhang von Toxoplasmose-Infektionen und dem Geschlecht von Neugeborenen zu gewinnen, sollten nun Tierstudien folgen, schreiben die Forscher.

Quelle: Netdoctor
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  #2  
Alt 29.04.2007, 08:51
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard Toxoplasmose-Screening für Schwangere nutzlos?

Ungeborene profitieren von früher Behandlung nicht
Toxoplasmose-Screening für Schwangere nutzlos?

Das pränatale Screening auf Toxoplasmose scheint sich für schwangere Frauen nicht auszuzahlen. Ungeborene profitieren jedenfalls kaum von einer frühen Behandlung ihrer Mütter, wie eine Meta-Analyse aus Frankreich zeigte.

Schwangere Katzen-Besitzerinnen haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Sie sollten das Katzenklo möglichst nicht selbst reinigen. Foto: PHIL
22.03.07 - Infizieren sich Fauen vor oder während einer Schwangerschaft mit Toxoplasma gondii, dann kann dies den Embryo gefährden. In verschiedenen Europäischen Ländern bietet man daher Schwangeren routinemäßig an, sie auf eine solche Infektion zu testen, um rechtzeitig therapieren zu können. Dieses Screening gibt es seit rund drei Jahrzehnten. Ob es den Infektionsverlauf für das ungeborene Kind aber tatsächlich positiv beeinflusst, konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

Französische Wissenschaftler haben nun 26 Studien zum Screening auf Toxoplasmose reanalysiert. Die Studienleiter wollten insbesondere wissen, ob der Zeitpunkt des Screenings beziehungsweise der erstmalige Einsatz eines Medikamentes gegen den Erreger Toxoplasma gondii irgendeinen Einfluss auf die Gesundheit des Babys hat.

Späte Infektion der Mutter erhöht Risiko der Übertragung

Resultat der Meta-Analyse: Bei 1.438 Schwangeren, die wegen einer Toxoplasmose antibiotisch behandelt wurden, konnte eine Behandlung innerhalb der ersten drei Wochen nach Serokonversion offenbar die Mutter-Kind-Übertragung des Bakteriums nur minimal besser reduzieren als ein Behandlungsbeginn mehr als acht Wochen nach einer Serokonversion.

Analysiert wurden auch die Daten von 550 infizierten Neugeborenen. Ob deren Mütter während der Schwangerschaft medikamentös gegen Toxoplasma gondii behandelt wurden oder nicht, hatte offenbar keinen messbaren Einfluss auf die klinischen Auswirkungen der Infektion beim Kind.

Ein Nebenbefund der Meta-Analyse war: Je später in der Schwangerschaft sich eine angehende Mutter mit dem Bakterium infiziert, desto höher das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung, desto geringer aber das Risiko intrakranialer Läsionen. ag / Quelle: The Lancet 2007, Vol. 369, S. 115-122
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  #3  
Alt 29.04.2007, 09:32
Benutzerbild von Flipy
Flipy Flipy ist offline
Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.195
Standard

Die Überschrift ist falsch.
Ein Erreger kann das Geschlecht des Embryos nicht beeinflussen.
Das wird nämlich mit der Verschmälzung von Ei und Samenzelle bestimmt. Nur dort und nicht später.
Das die Überlebenschance des Embryos steigt, wenn dieser Männlich ist, hat nichts mit der beeinflussung des Geschlechts zu tun.

Flipy
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Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.

Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
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