Die Abkürzung EURAP steht für "European Registry of Antiepileptic Drugs and Pregnancy" und ist ein internationales Projekt zur Erfassung von Schwangerschaftsverläufen bei Frauen unter Antiepileptika-Therapie. In einem kürzlich veröffentlichten Zeitschriftenartikel berichten die Initiatoren von EURAP von der Abteilung für Neurologie, Charité, Universitätsmedizin Berlin, dass in Deutschland eine von 200 schwangeren Frauen (0,5%) wegen einer Epilepsie Antiepilepetika einnimmt. Das Risiko für große Fehlbildungen beim Kind nach Antiepileptika-Einnahme der werdenden Mutter ist den Experten zufolge im 1. Schwangerschaftsdrittel gegenüber dem allgemeinen Fehlbildungsrisiko um etwa das Zwei- bis Dreifache erhöht. Die Wissenschaftler beklagen, dass es bislang nicht möglich ist, konkrete Angaben über das genaue Fehlbildungsrisiko der einzelnen antiepileptischen Substanzen zu machen. Gründe hierfür sind primär die zu geringe Fallzahl untersuchter Frauen und methodische Schwächen der bislang wenigen Studien. Im Februar 2006 ist nun ein erster Zwischenbericht des EURAP-Projektes Deutschland, das diesem Tatbestand entgegen wirken möchte, erschienen (
http://www.eurap-germany.de/download...y-02-2006.pdf). So wurden seit Beginn im Jahr 2001 bislang 500 Schwangerschaften unter Antiepileptika-Einnahme von behandelnden Ärztinnen und Ärzten an EURAP gemeldet und in die Studie aufgenommen. Das entspricht den Experten zufolge lediglich einer Rate von 4 %. Weitere Daten zu substanzspezifischen Fehlbildungsrisiken sind notwendig, um in der Beratung von epilepsiekranken Frauen mit Schwangerschaftswunsch zuverlässige Aussagen treffen zu können, so die Autoren.
Quelle: Epinews