
24.10.2006, 13:34
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Menstruationsbeschwerden
Einmal im Monat zu leiden gehöre zu einem Frauenleben dazu, wurde über Generationen von Mutter zu Tochter tradiert und die Bagatellisierung von Menstruationsbeschwerden reicht bis in die Ärztepraxen. Zu selten wird den Ursachen der Schmerzen auf den Grund gegangen.
So lässt sich erklären, dass eine der häufigsten Schmerzauslöserinnen, die Endometriose, immer noch weit gehend unbekannt ist, obwohl zehn bis 15 Prozent der Frauen an dieser chronisch-unheilbaren Krankheit leiden. Die Endometriose, "eine Erkrankung ohne Lobby", wie sie der deutsche Spezialist Karl Werner Schweppe nennt, gilt als zweithäufigste gutartige gynäkologische Erkrankung.
Die Zahl der betroffenen Frauen wird in der EU auf 14 Millionen geschätzt, in Österreich wird die Zahl der Kranken auf 120.000 bis 300.000 geschätzt. Bis aus prä- und perimenstruellen Symptomen oder aus "uncharakteristischen Unterbauchschmerzen" die Diagnose Endometriose wird, vergehen meist sieben bis neun Jahre. In dieser Zeit kann sich die Endometriose ungestört ausbreiten. Folgen, wie Infertilität und Gewebeabsiedlungen in Eierstöcken, Darm, Blase, Bauchfell, ja manchmal sogar Lunge und Gehirn sind möglich.
Mit dem Begriff der Endometriose wird die Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut-Zellen außerhalb des Endometriums, also der Gebärmutterschleimhaut umschrieben. Die anarchischen Zellen verhalten sich, wo immer sie sind, als wären sie im Uterus. Sie verändern sich zyklisch, wachsen, bluten, verursachen Herde, Zysten, Verwachsungen und Entzündungen. Wo entartete Zellen sich festsetzen, davon hängt auch der Schweregrad der Erkrankung und damit auch der dadurch verursachte Schmerz ab.
Die Ursache der Erkrankung ist noch unbekannt. Diskutiert werden mehrere Theorien: Die bekanntesten ist die Transplantations- oder Verschleppungstheorie, die den Rückfluss des Menstruationsblutes durch die Eileiter in den Bauchraum, die retrograde Menstruation, meint. Eine zweite ist die Metaplasietheorie, die davon ausgeht, dass normale Zellen sich in endometriales Zellgewebe umwandeln, ein Vorgang, der bereits beim weiblichen Embryo stattfinden kann.
Wissenschafter der Université Catholique de Louvain (Belgien) publizierten diesen Sommer eine weitere Theorie, wonach überschüssiges Eisen das Wachstum der Zellen fördere. Im Beckenraum betroffener Frauen wurden große Mengen von Eisen gefunden, das - so die Annahme von Jacques Donnez und seinem Forscherteam - durch den Abbau roter Blutzellen während der Menstruation entstehe. In Tierversuchen wurde das erhöhte Zellwachstum durch Eisenzufuhr nachgewiesen. Donnez sieht "einen entscheidenden Fortschritt". Man könne sich nun mehr auf die Ursprünge und Ursachen der Krankheit konzentrieren und nicht nur auf chirurgische Eingriffe.
Operationen sind die übliche Form eines Therapiebeginns. Endometriose kann durch sonografische Untersuchungen vom geübten Auge zwar entdeckt, aber nicht sicher bestätigt werden. Die endgültige Diagnose ist nur durch eine Laparoskopie, eine Bauchspiegelung, möglich. Bei der minimalinvasiven Operation in Vollnarkose werden Herde lokalisiert und entfernt. Im Anschluss an den chirurgischen Eingriff wird die medikamentöse Behandlung mit Östrogen-senkenden Präparaten empfohlen.
Endometriose Vereinigung, Österreich
Endometriose Vereinigung, Deutschland
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Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
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