Warmer Herbst: Des einen Freud, des anderen Leid
Offenbach (ddp). Das ungewöhnlich warme Herbstwetter kann sich erheblich auf das Wohlbefinden auswirken. Die strahlende Herbstsonne hebe bei vielen Leuten die Stimmung, sagte Wetterexpertin Monika Mohr vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Mittwoch in einem ddp-Interview. «Die warmen Herbsttage sind für die Psyche wirklich Gold wert», betonte sie. Andererseits hätten die vielen wetterfühligen Menschen im Lande bei den derzeitigen Temperaturen so genannte Befindensstörungen. Vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit niedrigem Blutdruck litten unter der aktuellen Wetterlage, die durch Warmluft aus dem Mittelmeerraum verursacht wird. Sie klagten dann häufig über Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Teilweise seien auch Migränepatienten von Wetterfühligkeit betroffen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich jeder fünfte Deutsche in seinem Wohlbefinden vom Wetter beeinflusst fühlt. Die gegenwärtige Wetterlage sei «Kreislaufwetter», sagte die Meteorologin. Wetterfühlig seien vor allem Kinder und Jugendliche bis zur Pubertät und über 50-Jährige. 15- bis 50-Jährige hätten Mechanismen, die Wettereinflüsse zu kompensieren. «Wenn man älter wird, ist dieser Mechanismus etwas ausgeleiert», beschrieb Mohr das Phänomen. Kleine Kinder seien bei entsprechendem Wetter quengeliger als sonst und schliefen nicht gut. «Sie sind wetterfühlig, weil das System Mensch noch nicht ausgereift ist», erklärte sie. Bei Schülern leide wegen des Wetters oft die Konzentrationsfähigkeit. Wer sich derzeit schlapp fühlt oder Kopfschmerzen hat, sollte der Expertin zufolge seinen Tagesablauf noch sorgfältiger planen, um größere Anstrengungen zu vermeiden. «Man sollte sich nicht hochgradig fordern», riet sie. Viele Menschen schalteten bei Wetter, das sich auf ihre Gesundheit auswirken könnte, automatisch einen Gang zurück.
Quelle: Netdoctor
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