Lungen versuchen Selbstreparatur
Die Lungen von Erwachsenen könnten über stärkere Selbstheilungskräfte verfügen als gemeinhin angenommen. Entsprechende Hinweise haben amerikanische Mediziner in Gewebeproben von Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung gefunden. In nur mäßig geschädigten Abschnitten waren demnach drei Gene deutlich aktiver als in schwer geschädigten Bereichen.
Eines dieser Gene trägt die Information für die Herstellung des Proteins Elastin, fanden Jason Woods von der Washington University und seine Kollegen. Aus Elastin gebildete Bindegewebsfasern sind mit verantwortlich dafür, dass sich die Lunge nicht wie ein mechanischer Blasebalg verhält, sondern wie ein elastischer Luftballon. Bislang sei man davon ausgegangen, dass die Fähigkeit zur Regeneration dieser Fasern schon in jungen Jahren verloren gehe, so der Forscher.
Woods und Kollegen untersuchten Lungen von zwölf Patienten, die sich aufgrund einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung im Endstadium einer Transplantation hatten unterziehen müssen. Geleitet durch eine Helium-3-Kernspintomographie, studierten die Forscher die Genaktivität in unterschiedlich stark geschädigten Bereichen der explantierten Lungen. Ihre Resultate präsentierten sie jetzt auf einem Fachkongress in Fort Lauderdale.
Neben der Aktivität des Elastin-Gens war auch die Aktivität zweier weiterer typischer Bindegewebs-Gene - Emilin-1 und MFAP2 - in den weniger schwer geschädigten Abschnitten deutlich höher als in stark geschädigten. Gesunde Lungen wiesen dagegen keine regionalen Unterschiede in der Aktivität dieser Gene auf. “Dies zeigt, dass die Lunge möglicherweise versucht, sich selbst zu reparieren”, folgert Woods. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, könnte man die Selbstheilungskräfte der Lunge vielleicht gezielt aktivieren bzw. unterstützen.
Forschung: Jason C. Woods und Kristin Castillo, Departments of Physics, Radiology und Internal Medicine, Washington University, St. Louis, Missouri; und andere
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