Die tatsächliche Ursache der Migräne hat die Medizin bislang nicht klären können. Meistens gibt es nicht nur einen, sondern mehrere Migränefälle in der Familie. Daher wird schon lange angenommen, dass Vererbung bei der Migräne eine Rolle spielt. Leiden Ihre beiden Eltern an Migräne, so liegt Ihre Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei 75 Prozent. Ist nur ein Elternteil von der Krankheit betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit immer noch bei 50 Prozent. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sowohl eine Erweiterung von Gefäßen als auch örtlich begrenzte Entzündungen im Bereich der Nervenzellen an der Entstehung von Migräne beteiligt sind. Das Gehirn von Migränekranken scheint von Natur aus besonders empfindlich zu reagieren. Reize, die ein anderes Gehirn einfach ignorieren würde, setzen bei ihm eine Migräneattacke in Gang.
Auslöser einer Attacke: die Trigger-Faktoren
Bei der Migräne gibt es eine vielfältige Auswahl solch auslösender Reize - sie werden auch Triggerfaktoren genannt. Häufige "Trigger" sind:
- beruflicher oder privater Stress oder nicht verarbeiteter Alltagsärger
- Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlafmangel oder zu viel Schlaf (so genannte "Wochenend-Migräne")
- laute Geräusche
- starke Gerüche
- Stroboskoplicht (flackerndes Blitzlicht)oder grelle Beleuchtung
- Einnahme von Hormonpräparaten wie Antibabypille oder Hormonpräparaten, die in den Wechseljahren zur Vorbeugung von Knochenschwund (Osteoporose) eingesetzt werden
- Nahrungsmittelbestandteile wie Koffein, Glutamat, Nitrate und verschiedene Konservierungsstoffe
- Inhaltsstoffe von Rotwein
- Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Tomaten
- Wetter- oder Klimawechsel
- heißes Baden, Duschen oder Saunabesuch
- starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels
Das Erkennen und Vermeiden von Triggerfaktoren ist der Schlüssel zu einem Leben mit weniger Kopfschmerzen, denn bei der Migräne gilt: Vorbeugen ist besser als Behandeln. Da die Auslöser genauso individuell sind wie die Menschen selbst, muss sich jeder Migränepatient genau beobachten und so seinen persönlichen Auslösern (es können auch mehrere sein) auf die Schliche kommen.
Quelle: rtl.ratgeber