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Alt 07.11.2006, 09:33
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Standard Mehr Mittelohrentzündungen bei dicker Luft

Luftschadstoffe schlagen nicht nur auf Atemwege und Immunsystem, sondern auch auf die Ohren. Das hat eine Studie in den Niederlanden und in Deutschland ergeben. Kleinkinder bekommen demnach umso häufiger eine Mittelohrentzündung, je stärker die Umgebungsluft mit Schadstoffen aus dem Straßenverkehr belastet ist.
Die Resultate seien umso wichtiger, als Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr eine praktisch allgegenwärtige Belastungsquelle darstellten, schreiben die Forscher um Joachim Heinrich vom Neuherberger GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit im Fachblatt “Environmental Health Perspectives”. Die Ursache für den Effekt vermuten sie darin, dass die Schadstoffe die Selbstreinigung der Atemwege stören und damit die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
Heinrich und Kollegen analysierten Daten von rund 4.300 niederländischen und deutschen Kleinkindern. Auf der Basis von Luftschadstoffmessungen schätzten sie, wie stark jedes Kind am Wohnort Stickstoffdioxid, Feinstaub mit Partikeldurchmessern von höchstens 2,5 Mikrometer (PM2.5) und Ruß-Kohlenstoff ausgesetzt war. Die Befragung der Eltern ergab, dass etwa jedes dritte Kind in den ersten zwei Lebensjahren mindestens einmal an einer Mittelohrentzündungen gelitten hatte.
Selbst unter Berücksichtigung von Faktoren wie elterlichen Allergien oder Tabakrauch ging eine höhere Luftschadstoffbelastung mit einem höheren Erkrankungsrisiko einher, fanden die Forscher. Mit jedem Anstieg der Feinstaubkonzentration um 3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft stieg das Risiko in den Niederlanden um 13 Prozent und in Deutschland um 24 Prozent. Stiegen die Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Ruß um 10 bzw. 0,5 Mikrogramm pro Kubikmeter, stieg das Risiko um 14 bzw. 10 Prozent.
Forschung: Michael Brauer, School of Occupational and Environmental Hygiene, University of British Columbia, Vancouver; Ulrike Gehring und Joachim Heinrich, Institut für Epidemiologie, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg; Bert Brunekreef, Institute for Risk Assessment Sciences, Utrecht University; und andere; Veröffentlichung in “Environmental Health Perspectives”, Vol. 114(9), pp 1414-8, DOI 10.1289/ehp.9089
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