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Alt 07.11.2006, 13:27
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Standard Gehirnschäden bei Amateurboxern

Auch wenn Amateurboxer weniger hart treffen als Profis, schlagen ihre Kämpfe dennoch aufs Hirn. Das haben schwedische und amerikanische Mediziner im Rahmen einer Studie mit 14 Boxern ermittelt. Diese wiesen nach einem Kampf zumindest vorübergehend verstärkt Marker für Hirnzell-Schäden auf.
Etwa jeder fünfte Profiboxer leide an einem chronischen Hirntrauma, schreiben die Forscher um Henrik Zetterberg von der Universität Göteborg im Fachblatt “Archives of Neurology”. Die Symptome variierten unter anderem mit der Karrieredauer und der Zahl der währenddessen eingesteckten Kopftreffer. Über ähnliche Auswirkungen bei Amateurboxern, insbesondere über die kurzfristigen Effekte, sei jedoch kaum etwas bekannt.
Zetterberg und Kollegen verglichen nun 14 schwedische Amateurboxer und -boxerinnen und zehn Kontrollpersonen. Allen entnahmen sie eine kleine Menge des Gehirn und Rückenmark umspülenden Liquor cerebrospinalis - bei den Boxern gut eine Woche nach einem Kampf und nochmals drei Monate später. Die Proben analysierten sie dann auf eine Reihe von Proteinen, die aus geschädigten Gehirnzellen freigesetzt werden.
Bei den Boxern lagen die Spiegel dreier Proteine (NFL, T-tau und GFAP) kurz nach dem Kampf deutlich höher als drei Monate später, berichten die Forscher. Die erhöhten Werte signalisierten Schäden an den eigentlichen Nervenzellen im Gehirn und an einer Gruppe von “Hilfszellen”, den Astrozyten. Auch war der Anstieg stärker, wenn die Boxer besonders viele Kopftreffer eingesteckt hatten oder schwer angeschlagen aus dem Ring gegangen waren. Und selbst nach der längeren Erholungspause war der Spiegel des NFL bei den Boxern immer noch höher als bei den Kontrollpersonen.
Die gesundheitlichen Langzeitfolgen des Boxens sind nicht unumstritten. Während sich beispielsweise die britische Ärztevereinigung BMA für ein Verbot sämtlicher Boxkämpfe ausgesprochen hat, verweisen einige Sportmediziner auf die spärliche Datenlage und die Unsicherheit darauf beruhender Schlussfolgerungen. Zetterberg und Kollegen hoffen, dass ihre Resultate zumindest zu einer besseren medizinischen Betreuung und Beratung von Boxern beitragen können.
Forschung: Henrik Zetterberg und Kaj Blennow, Institutionen för neurovetenskap och fysiologi, Avdelningen för klinisk kemi, transfusionsmedicin, Göteborgs universitet; und andere; Veröffentlichung in den “Archives of Neurology”, Vol. 63, pp 1277-80
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