Rauchen und Trinken gehen häufig Hand in Hand. Auf einen möglichen Grund weisen Versuche an Ratten hin, die amerikanische Mediziner durchgeführt haben. Nikotin reduziert demnach den Übergang von Alkohol in das Blut und könnte Raucher so zum stärkeren Trinken animieren.
"Nikotin scheint die Entleerung von Mageninhalt und damit auch von Alkohol in den Dünndarm zu verzögern, wo ein großer Teil der Absorption stattfindet", erläutert Wei-Jung Chen vom Texas A&M Health Science Center. Daher könne etwas Alkohol noch im Magen abgebaut werden, bevor er überhaupt Gelegenheit habe, in die Blutbahn aufgenommen zu werden.
Chen und Kollegen verabreichten Ratten Nikotindosen von bis zu 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und zusätzlich 4 Gramm Alkohol pro Kilogramm. Der Blutalkoholspiegel dieser Tiere erreichte daraufhin weniger hohe Werte als der von Artgenossen, die kein Nikotin erhalten hatten. Das galt allerdings nur dann, wenn der Alkohol über den Magen gegeben und nicht etwa in die Bauchhöhle gespritzt worden war, berichten die Forscher im Fachblatt "Alcoholism - Clinical & Experimental Research".
"Wer im Übermaß Alkohol trinkt, konsumiert häufig auch andere Drogen", so Chen weiter. Umso wichtiger sei es daher, beim Studium des Alkohols und seiner Wirkung die Wechselwirkungen mit Drogen bzw. Medikamenten zu berücksichtigen. "Die pharmakokinetischen Interaktionen zwischen diesen Substanzen sind häufig gesundheitsschädlich und nicht vorhersagbar."
Forschung: Wei-Jung Chen, Department of Neuroscience and Experimental Therapeutics, College of Medicine, Texas A&M Health Sceince Center, College Station; Scott Parnell, Bowles Center for Alcohol Studies, University of North Carolina, Chapel-Hill; und andere
Veröffentlichung Alcoholism: Clinical & Experimental Research, August 2006
WWW:
Neuroscience and Experimental Therapeutics, TAMHSC
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