Tach,zusammen!
Habe beim Stöbern einen interessanten Artikel in einer Fachzeitschrift gefunden.
Dieser Artikel beschreibt sehr gut einige Besonderheiten der homöopathischen Behandlung und gibt Hinweise, wie man selbst die Therapie unterstützen kann/soll.
Steigen Sie nicht aus, ehe Sie am Ziel sind
von Dr. med. Hans Leers
Der Erfolg einer homöopathischen Behandlung hängt nicht allein vom Arzt ab, sondern weitgehend auch vom Verhalten des Patienten.
Gehen Sie nicht erst dann zum homöo pathischen Arzt, wenn alles andere versagt hat. Gehen Sie rechtzeitig und denken Sie nicht: "Das wird schon wieder vergehen."
Die Homöopathie ist nicht für eingebildete Kranke und auch nicht nur für Leichtkranke. Auch schwere akute Zustände und chronische, sonst als unheilbar geltende Erkrankungen können oft noch geheilt werden. Aber auch der homöopathische Arzt kann keine Wunder tun.
Gesunde Lebensweise erforderlich
Wenn Ihr Leiden schon seit zehn oder zwanzig Jahren besteht, brauchen wir wenigstens einige Wochen oder Monate Zeit. Eine gesunde Lebensweise muß vorausgesetzt werden.
Steigen Sie nicht aus, ehe Sie am Ziel sind! Eine vorzeitig abgebrochene Behandlung ist nutzlos! Die Krankheitserscheinungen werden sich dann wieder verschlimmern.
Bleiben Sie nicht einfach weg, wenn's nicht sofort hilft! Gesundwerden ist keine Reparatur, sondern ein Wachstums- und Lernprozeß. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter Englisch lernen will, ist das auch nicht in einer Woche möglich. Eine einmalige Konsultation genügt deshalb nicht. Auch nicht, wenn Sie schon eine kleine Besserung feststellen.
Mit einem halben Erfolg gibt sich der homöopathische Arzt nicht zufrieden. Er behandelt nicht einzelne Krankheiten nacheinander, sondern möglichst die ganze Persönlichkeit zugleich.
Stimmt die Fahrtrichtung?
Kommen Sie nicht erst wieder, wenn die Medizin aufgebraucht ist. Geben Sie dem Arzt die Möglichkeit, sich rechtzeitig zu über zeugen, ob die "Fahrtrichtung" stimmt. Er muß Ihre Behandlung laufend überwachen können. Rufen Sie ihn bitte sofort an, wenn irgendwas nicht stimmt.
Rufen Sie auch an, wenn Sie mal nicht kommen können, er wartet sonst. Der Arzt kann sich beim ersten Mal irren oder Sie mißverstehen. Wenn er Sie genauer kennt, wird er schon das Richtige treffen. Geben Sie ihm also Kredit.
Bleiben Sie bei dem Heilmittel, das Ihnen hilft. Auch wenn die Behandlung länger dauern sollte, als Sie dachten. Sie ist immer noch einfacher, wirksamer und kostengünstiger als alles andere.
Wechseln Sie nicht ohne Grund Medikamente und Ärzte. Sie kommen vom Weg ab und verlieren Zeit und Geld. Solche Umwege können Sie sich ersparen.
Keine zusätzlichen Medikamente
Kaufen Sie nicht zusätzlich teure Medikamente oder Apparate. Besonders auch nicht an der Haustür! Gehen Sie auch nicht auf Zeitungs anzeigen ein. Machen Sie nicht planlos teure Kuren, weil's vielleicht jemand anderem geholfen hat. Fragen Sie wenigstens erst Ihren Arzt. Nehmen Sie auch keine Medikamente nebenher ein, von denen Ihr Arzt nichts weiß. Vielleicht passen sie nicht zur Behandlung oder stören sie. Die homöopathische Behandlung ist einfach, angenehm, ungefährlich und aussichtsreich.
Sagen Sie nicht: "Wie kann denn so weniges helfen?" Auch ein kleiner Schlüssel kann eine große Tür aufschließen.
Vertrauen Sie sich also Ihrem Arzt an. Er gibt sich Mühe. Er nimmt sich Zeit für Sie. Er nimmt Sie ernst. Sie können mit ihm sprechen. Er hört Sie an. Wer tut das heute noch?
Wundern Sie sich nicht
Wundern Sie sich nicht, wenn er Sie viel fragt. Versuchen Sie, genau zu antworten. Scheuen Sie nicht, ihm alles zu sagen, auch wenn es Ihnen unwichtig oder lächerlich erscheint. Nur so kann er seine Arzneiwahl treffen und Ihnen helfen.
Achten Sie genau auf Einzelheiten und Besonderheiten Ihrer Beschwerden. Fürchten Sie nicht, dadurch hypochondrisch zu erscheinen. Berichten Sie nicht, was ein anderer Arzt gesagt hat, sondern was Sie selbst fühlen.
Machen Sie mit, überlassen Sie nicht einfach alles nur dem Arzt, wie Sie Ihr Auto der Werk statt überlassen.
Lassen Sie sich durch eine anfängliche "Erstverschlimmerung" nicht entmutigen. Sie ist ein sicheres Zeichen, daß es gut wird.
Falls Sie den Arzt nicht mehr brauchen oder wechseln müssen, verständigen Sie ihn wenigstens telefonisch. Es interessiert ihn, auch wenn es Ihnen inzwischen gut geht.
(Erstveröffentlichung: HÖ-aktuell Nr. 2/88)
Quelle: Zeitschrift Homöopathie-aktuell, Ausgabe 01/2002
Das Wichtigste ist aber, dass Sie dem homöopathischen Arzt vertrauen. Die Fragen können wirklich etwas seltsam und auch sehr persönlich sein.
Bis die Tage
micha8-)
(Quelle:
Homöopathie-aktuell