Gesundheitsreform gefährdet versorgung von menschen mit behinderungen
Gesundheitsreform gefährdet Versorgung von Menschen mit Behinderung
„Die Qualität der Versorgung ist gefährdet und viele behinderte Menschen müssen mit erheblichen finanziellen Härten rechnen.“ Dr. Martin Danner, Leiter des Referats Gesundheitspolitik und Selbsthilfeförderung der BAG SELBSTHILFE, blickt in eine wenig rosige Zukunft für Betroffene, wenn die Absicht des Gesetzgebers in die Tat umgesetzt wird, die einzelnen Krankenkassen dazu zu zwingen, die Versorgung mit Hilfsmitteln nur noch dem in einem Ausschreibungsverfahren ermittelten billigsten Anbieter zu übertragen.
Bereits die bisherige Praxis der gesetzlichen Krankenkassen bei der Festlegung von Festbeträgen für Hilfsmittel habe gezeigt, dass die Krankenkassen kein Interesse hätten, den Beratungsbedarf der Betroffenen und den Anpassungs- und Reparaturaufwand der Hilfsmittel angemessen zu berücksichtigen. Und so erwartet der gesundheitspolitische Sprecher der BAG SELBSTHILFE, dass diese notwendigen Bestandteile der Hilfsmittelversorgung bei den Ausschreibungsbedingen der Kassen keinesfalls hinreichend berücksichtigt werden: „Dies wird zu einer weiteren Verschlechterung der Versorgung und zu weiteren Ressourcenverschwendungen führen“, fürchtet Dr. Martin Danner, „Ein schlecht angepasstes Hilfsmittel, das ungenutzt im Nachttisch verschwindet, kostet Geld , bringt dem Versicherten aber nichts.“
Die BAG SELBSTHILFE fordert den Gesetzgeber auf, den im SGB XI festgelegten Wunsch- und Wahlrechten zu entsprechen. „Diese Rechte sind kein Luxus, sondern sachlich unbedingt geboten, da Hilfsmittel – beispielsweise Prothesen, Stoma- oder Inkontinenzprodukte – individuell angepasste Güter sind, die nicht abstrakt reglementiert werden können“, so Dr. Martin Danner
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