Hallo,
unsere Tochter hatte mit ca. 4 Monaten - kurz nachdem ich sie nicht mehr Stillen konnte - ihren ersten Neurodermitis-Schub.
Unser Kinderarzt ist - gottseidank - keiner, der da gleich eine Kortison-Salbe verordnet.
Wir haben also diverse Salben ausprobiert, um das Hautbild zu verbessern. Die Milch, die wir ausgesucht hatten war nach den Inhaltstoffen der Muttermilch möglichst ähnlich und es war kein hyperallergenes Milchprodukt.
Er empfahl uns u. a. Waschungen mit Schwarztee, weil die Gerbstoffe gut für das Hautbild seien. Damit hatten wir auch gute Erfolge am Anfang. Wir verzichteten auch auf Badezusätze und dergleichen, da diese die Haut oft zu stark austrocknen oder reizen.
Weichspüler haben wir nie benutzt. Eltern sollten bei Neurodermitis definitiv darauf verzichten, da die Stoffe, die in der Wäsche zurückbleiben, die Haut zu einer allergischen Reaktion reizen können.
Wir beschäftigten uns mit dem Thema und versuchten, nachzuvollziehen, was bei einem Schub überhaupt passiert. Neurodermitis geht mit zwei feststehenden Dingen einher:
[list=1][*]es handelt sich um eine "überschießende Imunreaktion" des größten Organs[*]Neurodermitiker haben grundsätzlich übermäßig viele Bakterien des Stammes
Staphylococcus aureus auf der Haut -
die natürliche Hautflora ist also in ein "Ungleichgewicht" verändert[/list=1]
Somit hat man zwei Ursachen, die man therapieren sollte.
Kortison heilt nicht und behandelt auch keine Ursachen, sondern unterdrückt nur das sichtbare Symptom! Es kann also sein, dass der Körper dann auf eine andere Weise reagiert - die Problematik wird somit verschoben, aber nicht beseitigt. Dies sollte man wissen, wenn man Kortisonsalben einsetzt.
Für uns stand fest, dass wir nur im alleräußersten Notfall auf eine Kortisonsalbe zurückgreifen würden.
Also suchten wir nach anderen Wegen und Möglichkeiten.
Wir stellten uns die Frage, was bei unserer Tochter einen Schub auslöst. Wir vermieden also z. B. zu grossen Stress, Zucker (bzw. "Süßkram" im Allgemeinen - ist auch besser für die Zähne

), Konservierungsstoffe in der Nahrung, Nahrung aus der konventionellen Landwirtschaft, Gebäck mit viel Hefe (bei manchen riecht es sogar noch nach Hefe ...

), aggessive Wasch- und Körperpflegemittel usw.
Viele Körperpflegemittel haben auch starke Konservierungsstoffe, die dann ebenso die Hautflora weiter schädigen ... oder Duftstoffe, die zu allergischen Reaktionen führen können.
Eine der sanftesten Waschlotionen die ich kenne ist "Facetensid", das aus der Hobbythek vielleicht noch manchen bekannt ist. Facetensid ist sehr sparsam. Es ist ohne Konservierungsmittel und Duftstoffe. Außerdem ist es so mild, dass es auch nicht in den Augen brennt.
Dazu noch eine wichtige Information für alle Eltern:
In der Werbung für Kinderpflegeprodukten wird oft damit geworben, dass ein Shampoo oder dergleichen nicht in den Augen brennen würde.
Leider liegt dies oft nicht an dem verwendeten Waschtensid, sondern an einem lokal wirkendem Betäubunsmittel (!!!).
Ich persönlich halte nichts davon, da bisher wohl kaum jemand sagen kann, wie sich ein tagtäglich benutztes Lokalanästhetikum langfristig auf den betreffenden Menschen auswirkt !!!
(Fortsetzung folgt)