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Alt 01.08.2007, 17:23
Nancy
 
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Standard Darmkrebs: Hormonmangel lässt Tumoren wachsen

Darmkrebs: Hormonmangel lässt Tumoren wachsen

München (netdoktor.de) – Darmkrebs ist keine genetische Erkrankung, sondern kommt durch einen Hormonmangel zustande, sagen amerikanische Forscher. Patienten könnten demnach möglicherweise mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden. Das Forscherteam um Scott Waldman vom Jefferson Medical College der Thomas Jefferson University in Philadelphia berichtet über seine Studienergebnisse im Fachmagazin „Gastroenterology“ (01. August). Die Wissenschaftler hatten entdeckt, dass der Hormonrezeptor GCC (Guanylyl-Cyclase C) die Bildung von Tumoren im Darm unterdrücken kann. Der Rezeptor sitzt auf der Oberfläche von Darmepithelzellen und kann zwei Hormone binden - Guanylin und Uroguanylin. Deren Aufgabe ist es, das Wachstum der Epithelzellen zu regulieren. Im Frühstadium von Darmkrebs allerdings gehen diese wachstumskontrollierenden Hormone „verloren“, was die Aktivität von GCC unterbreche und eine Zellwucherung antreibe, glaubt Waldman. Er und sein Team hatten in Tierversuchen die beiden Mechanismen simuliert, die bei Menschen zu Darmkrebs führen können – Erbgutveränderungen und krebserregende Stoffe. Für das erste Experiment verwendeten die Forscher Tiere mit einer so genannten APC-Mutation. Diese Genveränderung verursacht Darmpolypen, also Geschwülste an der Innenwand des Darms, aus denen sich häufig Tumore entwicklen. Im zweiten Versuch setzten die Forscher gesunde Mäuse einer krebserregenden Substanz aus (Azoxymethan). In beiden Experimenten zeigte sich, dass sich durch den Ausfall von GCC sowohl die Anzahl als auch die Größe der Tumore erhöhte: Ohne den Rezeptor wurden die Zellen genetisch instabil, wodurch vermehrt Mutationen auftraten. Außerdem wurde das Zellwachstum angekurbelt. „Fügt man beide Faktoren zusammen – eine spontane APC-Mutation oder den Kontakt mit krebserregenden Stoffen einerseits und den Ausfall der GCC-Signalwirkung durch das Fehlen der beiden Hormone andererseits - , hat man ein Rezept für Darmkrebs“, so Waldman. Er hofft, dass diese Erkenntnisse zu einem neuen Therapieansatz führen. „Unsere Studienergebnisse machen aus der genetischen Erkrankung Darmkrebs eine endokrine Erkrankung mit Hormonen als Lösung.“ So soll nun in weiteren Studien untersucht werden, ob sich mithilfe einer Hormonersatztherapie Darmkrebs verhindern oder behandeln lässt.


Quelle:Netdoktor
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