Kassen zahlen Gentest zu Krankheitsrisiken
Kassen zahlen Gentest zu Krankheitsrisiken
19.04.2006 - 08:53 Uhr, VITAL
Hamburg (ots) - Rund 3.500 Krankheiten sind genetisch bedingt und
können durch ein einziges defektes Gen von Großeltern auf Eltern und
deren Kinder weitervererbt werden. Das Spektrum reicht von
Krebserkrankungen über Osteoporose bis hin zu Neurodermitis. Mit
einer molekulargenetischen Untersuchung lassen sich einzelne
Gendefekte beispielsweise bei Brust- oder Darmkrebs aufspüren, wie
die Zeitschrift VITAL berichtet. Unter bestimmten Voraussetzungen
werden die Kosten für einen solchen Gentest von den Krankenkassen
bezahlt. Das gilt insbesondere dann, wenn bestimmte Erkrankungen
bereits in der Familie aufgetreten sind und ein erblicher Faktor
vermutet werden kann.
Bei Darmkrebs sind rund zehn Prozent aller Fälle erblich, bei
Brustkrebs etwa fünf Prozent. Hier kann ein Gentest für eine
Prävention hilfreich sein. Auch bei Gelenkrheuma gibt es oft erbliche
Faktoren. Eine genetische Beratung ist hier empfehlenswert, wenn
beispielsweise ein Elternteil Rheuma hat. Komplexere Erkrankungen,
bei denen gleich mehrere Gendefekte verantwortlich sind, lassen sich
dagegen nur schwer testen. Hier gibt es jedoch Erfahrungswerte und
vielfältige Möglichkeiten zur Vorbeugung.
Das gilt beispielsweise bei der Osteoporose. Durch
Bewegungstraining und eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und
Vitamin D lässt sich das Krankheitsrisiko deutlich senken. Bei
Migräne vermuten Experten, dass rund 50 Prozent der Betroffenen ihr
Leiden geerbt haben. Sie sollten sich von Schmerztherapeuten
behandeln lassen und spezielle Auslöser (z. B. Rotwein, Käse) meiden.
Auch bei schweren Depressionen spielen die Vorfahren oft eine Rolle.
Betroffene sollten sich aufmerksam beobachten und bei Verstimmungen,
(Quelle: Zeitschrift Vital)
die länger als zwei Wochen dauern, zum Arzt gehen.
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