Hirnhautentzündung bei Baby & Kind


Was ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis)?
Meningitis ist eine akute Entzündung der Hirnhäute, die in den meisten Fällen durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
In Deutschland gehört sie zu den selteneren Infektionskrankheiten. Dennoch sollte man die wichtigsten Symptome wie Nackensteife, Fieber und Lichtempfindlichkeit kennen, da fünf bis zehn Prozent einiger bakteriell verursachter Formen selbst bei schnellem und richtigem Therapie-Einsatz ernst verlaufen können.
Die Hirnhäute übernehmen wichtige Funktionen für das Gehirn. Hierzu gehören Blutversorgung, Schutz vor mechanischen Einwirkungen und Ableitung des im Gehirn produzierten Nervenwassers (Liquor). Sind diese Funktionen akut gestört, kann es zu vielfältigen Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen kommen, die im schlimmsten Fall mit dem Tod enden.
Da bei einer Meningitis der Temperatur- und Wasserhaushalt empfindlich gestört werden kann, ist diese Erkrankung für Kleinkinder sehr gefährlich.
Meningitis tritt in Deutschland gehäuft in den Winter- und Frühlingsmonaten, meistens in Form von Kleinepidemien, auf. Pro Jahr erkranken etwa 2000 Kinder und Kleinkinder in Deutschland an Meningitis. In den Ländern der Dritten Welt liegt die Zahl auf Grund der schlechten hygienischen und medizinischen Verhältnisse erheblich höher.
Wie ernst ist eine Meningitis?
Wird eine bakterielle Meningitis frühzeitig erkannt und sofort behandelt, ist sie in den meisten Fällen heilbar. Die Hinhautentzündung kann aber in eine Hirnentzündung übergehen und bleibende Schäden an Gehör und Gehirn hinterlassen. Sie kann zu Krampfanfällen führen und sogar tödlich verlaufen. Bleibende Schäden sind z.B. eine körperliche oder geistige Behinderung. Eine Meningitis, die durch Viren verursacht wird, verläuft meistens milder als eine bakterielle Meningitis. Es können aber auch durch Viren primär schwere Enzephalitiden (
Entzündung des Gehirns) hervorgerufen werden.
Wie wird Meningitis übertragen?
Häufigste bakterielle Erreger sind Pneumokokken, Meningokokken und das Bakterium Haemophilus influenzae. Die Bakterien befinden sich normalerweise im Rachenraum des Menschen, ohne dass sie eine Erkrankung auslösen. Ist jedoch das Immunsystem geschwächt, können sich diese Keime über das Blut ausbreiten, gelangen zu den Hirnhäuten und lösen dort die Meningitis aus. Eine Meningitis kann außerdem als Komplikation einer
Lungenentzündung,
Mittelohrentzündung oder Tuberkulose auftreten oder die Folge eines Schädelbasisbruchs sein.
Spezielle Erreger wie Meningokokken sind sehr infektiös und werden auch durch Tröpfcheninfektion, nicht aber durch Leitungswasser übertragen. Kleine Epidemien entstehen besonders an Orten, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, z. B. Kindergärten und Schulen.
In waldreichen Epidemiegebieten besteht im Frühjahr und Sommer die Gefahr, durch Zeckenbisse eine virusbedingte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder eine Meningitis durch
Borrelien zu bekommen.
Bei Neugeborenen sind andere Bakterien wie Streptokokken, Escherichia coli und Proteus mirabilis verantwortlich, die zu einer generalisierten Infektion mit Meningitis führen.
Welche Symptome verursacht eine Meningitis?
Die Krankheit kann sich in ein oder zwei Tagen entwickeln, manchmal auch innerhalb von Stunden. Symptome wie Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtempfindlichkeit und Berührungsempfindlichkeit sind sehr typisch, aber nicht in jedem Fall zwingend. Besonders Kleinkinder zeigen auch Bauchschmerzen, Sprachstörungen und/oder Erbrechen.
Weitere Anzeichen sind:
- Hohes Fieber
- Fehlende Spielfreude, Appetitlosigkeit
- Müdigkeit, Benommenheit bis zur Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Ausschlag mit hell- bis dunkelroten Punkten oder Flecken
Symptome bei Babys:
- Plötzliche Nahrungsverweigerung
- Schreckhaftigkeit
- Hohes und schrilles Schreien
- Unnormale und auffällige Schläfrigkeit
- Die Knochenlücke am kindlichen Schädel (Fontanelle) ist vorgewölbt.
Wenn Sie diese Symptome feststellen, dann sollten Sie sofort Ihren Kinderarzt aufsuchen oder mit Ihrem Kind ein Krankhauses aufsuchen. Bei dem Verdacht auf eine Hirnhautentzündung wird der Arzt Ihr Kind in ein Krankenhaus einweisen.
Quelle:www.netdoktor.de