Autismus: Fieber verbessert Sozialverhalten
Autismus: Fieber verbessert Sozialverhalten
Burlington (ddp). Fieber kann bei autistischen Kindern vorübergehend das Sozialverhalten verbessern. Das berichten Wissenschaftler um Andrew Zimmerman vom Kennedy-Krieger-Institut in Baltimore. 80 Prozent der von den Forschern untersuchten autistischen Kinder zeigten bei Fieber ein gesteigertes Sozialverhalten, bei 30 Prozent war es sogar drastisch verbessert. Die Kinder hielten eher Augenkontakt, konnten sich länger konzentrieren, redeten mehr und zeigten ein allgemein besseres Verhältnis zu Erwachsenen und anderen Kindern. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Pediatrics» vor (DOI: 10.1542/peds2007-0360). Die Wissenschaftler untersuchten 30 autistische Kinder zwischen 2 und 18 Jahren. Dabei interessierte sie das Verhalten der Kinder während drei Phasen: die Phase, als die Kinder mindestens 38,0 Grad Celsius Fieber hatten, die Zeit direkt nach dem Abklingen des Fiebers und die Phase, nachdem die Kinder sieben Tage fieberfrei waren. Für die Studie beantworteten die Eltern der Kinder zu jeder Phase einen Fragebogen, auf dem unter anderem die Teilnahmslosigkeit, Reizbarkeit und Hyperaktivität der Kinder bewertet werden sollte, der aber auch Fragen zur Erkrankung des Kindes berücksichtigte. Dabei zeigte sich während der Fieberphasen eine deutliche Verbesserung bei den autistischen Verhaltensweisen. Schon vor der Studie hatte es Berichte von Eltern autistischer Kinder gegeben, nach denen sich das Verhalten der Kinder bei Fieber veränderte. Die Forscher konnten diese Einzelberichte nun erstmals in einer Untersuchung bestätigen. Was der genaue Grund für die Verhaltensänderung ist, wissen sie jedoch noch nicht. Sie vermuten, dass mehr dahintersteckt als das allgemeine Unwohlsein bei einer Erkrankung. Nun seien weitere Untersuchungen nötig, um den neurobiologischen Mechanismus dahinter entschlüsseln zu können, schreiben die Forscher.
Quelle: Netdoktor
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