Mi 19.03.2008 16:25-16:50 (arte)
Vorletzter Abschied
Kurzfilm, Deutschland 2004
Musik: Stefan Melbinger
Walter packt die Koffer. In einigen Stunden soll die langjährige Zweisamkeit mit Ehefrau Martha ein Ende finden. Martha ist dement, verwirrt und ist nicht mehr die Frau, die Walter geheiratet hat. Sie erkennt ihn nicht, hält ihn für jemand anderen, reagiert aggressiv. Der Wandel in Marthas Wesen hat Walter einen Entschluss fassen lassen - er will nicht länger mit seiner Frau leben. Einen Platz in einem Heim hat er für Martha bereits ausgesucht. Der Tag des Abschieds ist gekommen. Alles ist geregelt. Es sind nur noch wenige Stunden bis Martha ins Heim zieht. Walter muss ihr seine Entscheidung nur noch begreiflich machen. Zwei Menschen, ein Problem. Und nur ein Verantwortlicher für zwei Leben: Eine demente alte Frau und der sie umsorgende Ehemann. Wie lange kann sich ein Mensch für einen anderen aufopfern, wenn dieser sich verändert und einem immer fremder wird? Kann ein Mann an dem Gelübde "Bis der Tod uns scheidet" festhalten, wenn die eigene Frau ihn nicht mehr erkennt, beschimpft oder sogar attackiert? Für den Ehemann ist dies eine zwiespältige Situation, die einer unbequemen Entscheidung bedarf. Damit die Krankheit letztlich nicht beider Leben zugrunde richtet, ist die bislang kategorisch ausgeschlossene Einweisung in ein Heim nun unausweichlich geworden. Mit der Entscheidung wächst das Gefühl, die Frau abzuschieben. Fühlt sie sich ungeliebt? Zu einer Bürde degradiert? Versteht sie noch, was um sie herum geschieht und wird sie seine Beweggründe verstehen? Eine Situation, die in unserer Gesellschaft zunehmen und immer mehr Menschen vor dieselbe Entscheidung stellen wird.