Schulgeschichten: Die "Dalgard Skole" in Trondheim
Fr 05.06.2009 08:40 bis 09:10 (arte)
Schulgeschichten
Die "Dalgård Skole" in Trondheim, Norwegen
Dokureihe, Deutschland 2004
Autor: Film von Stefan Pannen
Schon in den 70er Jahren wurden in Norwegen per Gesetz alle Sonderschulen für geistig und körperlich behinderte Kinder abgeschafft. Es wurde beschlossen, dass alle schulpflichtigen Kinder das Recht auf Schulbildung in der Nähe ihres Wohnortes und nicht in entfernten Spezialeinrichtungen haben sollen. Seitdem ist Norwegen neben Italien das einzige Land, in dem nahezu 100 Prozent der behinderten Schüler auf integrative Schulen gehen. In Deutschland sind das gerade mal unter fünf Prozent, in Frankreich acht Prozent. "Es ist normal, nicht normal zu sein", ist das Credo von Torunn Hergum, Direktorin der Dalgård Skole in Trondheim. Schon die Architektur zeigt, dass dies eine besondere Schule ist. Die Räume sind hell, die Klassenräume haben transparente Wände und öffnen sich zur Lobby, die jede Jahrgangsstufe oder Lerngruppe miteinander teilt. Dort liegen Spielsachen, es gibt eine Schlafecke, aber auch Tische zum Arbeiten und Computer. Die Schüler dürfen herumlaufen, auch von einer Klasse zur anderen. Auf den ersten Blick ist nur schwer auszumachen, welche die Schüler mit Behinderungen sind. Ein Junge mit einer extremen Aufmerksamkeitsstörung arbeitet friedlich mit anderen im Garten. Zwei Mädchen mit Down-Syndrom stecken in einem der Gruppenräume die Köpfe zusammen, als die Lehrerin eine Geschichte erzählt. Ein geistig behinderter Junge singt lauthals und mit klarer Stimme ein Kinderlied, ohne sich einmal im Text zu verhaspeln. Selbst Odd-Inge, der an Cerebral-Parese leidet und im Rollstuhl sitzt, wirkt hinter seinem Computer zunächst wie ein ganz normaler Junge. Die langjährige Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass der permanente gemeinsame Unterricht nicht für jedes behinderte Kind das Richtige ist. Deshalb werden an der Dalgård Skole seit einigen Jahren etwa 50 Schüler in sogenannten Spezialklassen unterrichtet, in denen nur behinderte Kinder sind. Manche bleiben dort die ganze Woche über, andere, wie die 13-jährige Sarah, nur zwei oder drei Tage, die restliche Zeit gehen sie in die normale Schule in ihrem Heimatort. "Es gibt kein Patentrezept, wir suchen für jedes Kind eine individuelle Lösung", sagt die Direktorin. Die Dokumentation zeigt den Alltag an einer integrativen Schule in Norwegen. Am Beispiel von Schülern wie Odd-Inge und Sarah werden die Vorteile dieser Methode deutlich. Aber auch die Nachteile werden thematisiert. Sarah fühlt sich zum Beispiel in der Regelschule viel zu sehr als Außenseiterin. Sie freut sich immer auf ihre zwei Tage in der Spezialklasse an der Dalgård Skole.
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Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
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