"In Sachen Kaminski" - Kindesentzug bei Eltern mit Geistiger Behinderung (basiert auf einen realen und sehr bekannten Fall)
TV-Film «In Sachen Kaminski» erhält Medienpreis Marburg/Stuttgart (dpa) - Für den Fernsehfilm «In Sachen Kaminski» wird der Südwestrundfunk (SWR) mit dem Medienpreis «Bobby» der Bundesvereinigung Lebenshilfe ausgezeichnet.
Der Film erzählt die Geschichte eines geistig behinderten Elternpaares, dem wegen intellektueller Defizite die Fähigkeit zur Erziehung seiner fünfjährigen Tochter abgesprochen wird. Der Film gehe unter die Haut, erklärte die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung im hessischen Marburg zur Begründung. Der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Robert Antretter, werde den «Bobby» am 14. Dezember in Stuttgart an das SWR-Filmteam übergeben. Der Preis wird zum achten Mal vergeben.
Vor allem die schauspielerische Leistung von Juliane Köhler und Matthias Brandt, die als nicht behinderte Schauspieler das Ehepaar Petra und Martin Kaminski einfühlsam darstellten, wolle der Preis würdigen. Die Vorlage für den Film bildete ein spektakulärer Fall, der über fünf Jahre hinweg die Rechtsprechung bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigte. Dieser entschied schließlich zu Gunsten der Eltern. Der 90-minütige Film wurde am 19. April 2006 in der ARD ausgestrahlt. Arte hatte ihn im Sommer 2005 gezeigt.
Der Medienpreis der Lebenshilfe wurde nach Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, benannt, der zugleich der erste Preisträger war. Die Auszeichnung würdigt den Einsatz von Menschen für Sympathie und Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderungen. Bislang erhielten einen «Bobby» unter anderem der Fernsehmoderator Günther Jauch, der Liedermacher Rolf Zuckowski, Talkmaster Alfred Biolek, der Produzent der «Lindenstraße», Hans W. Geißendörfer, und das Team der deutschen Kinoproduktion «Verrückt nach Paris».
(Quelle:
Mainpost.de)