Wofür noch leben?
Wofür noch leben?
Die Geschichte von Noel Martin
Dokumentation von Heike Hartung und Boris Hermel
"Ich existiere nur noch, ich habe meine Würde verloren?, sagt Noel Martin von sich selbst. Der heute 47-jährige Brite wurde am 16. Juni 1996, vor nunmehr elf Jahren, Opfer eines Anschlages Rechtsradikaler im brandenburgischen Mahlow. Sie hatten ihm während der Fahrt einen Stein ins Auto geworfen, Noel Martin verunglückte. Seitdem ist er vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Er lebt in Birmingham und kann keine Handbewegung ohne fremde Hilfe machen. Rund um die Uhr wird er von wechselnden Pflegern betreut. Seinen Lebenssinn sieht er darin, gegen Rassismus aufzurufen, sein Schicksal möglichst publik zu machen. In den letzten zehn Jahren hat er einen Jugendaustausch zwischen deutschen und britischen Schülern ins Leben gerufen, trat in dutzenden TV-Shows auf, immer mit der Botschaft: Seht her - das ist Rassismus! Im letzten Jahr kündigte Noel Martin an, sich das Leben nehmen zu wollen. Ein angekündigter Freitod, der die Menschen in seinem Umfeld verunsichert und irritiert. Was bedeutet das für die, die an seine Mission glauben? Die einen Kampf für mehr Toleranz führen, zum Beispiel in Mahlow? Der Film erzählt das Schicksal des Briten, der als Opfer eines rechtsradikalen Anschlages bekannt wurde, sich als Symbolfigur gegen Rassismus einsetzt und mit der Ankündigung seines Freitods für Betroffenheit sorgt.
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