Vorsicht vor Einnahme pflanzlicher Arzneimittel bei Epilepsie Das Interesse an alternativer Medizin, insbesondere an pflanzlichen Arzneimitteln, in unserer Gesellschaft ist groß. Die Konsumenten dieser Mittel sind dabei in der Regel fest vom Nutzen und der Sicherheit der Präparate, die sie einnehmen, überzeugt. Doch Vorsicht! Viele pflanzliche Stoffe können bei Epilepsiepatienten das Anfallsrisiko erhöhen. Hiervor warnen auch Wissenschaftler des Shaare Zedek Medical Center, Jerusalem, Israel, in einem kürzlich veröffentlichten Artikel einer medizinischen Fachzeitschrift. So besitzen die pflanzlichen Präparate nicht selten eigene spezifische anfallsfördernde Eigenschaften, sind mit Schwermetallen kontaminiert oder beeinflussen beispielsweise den Leberstoffwechsel der Patienten, so dass die Wirkung antiepileptischer Medikamente beeinträchtigt wird. Insbesondere, da sowohl die Qualität als auch die Menge der aktiven Inhaltsstoffe der pflanzlichen Mittel oft gar nicht genau bekannt sind, ist eine Interaktion zwischen ihnen und den Antiepileptika schwer abzuschätzen, so die Autoren. Den Wissenschaftlern zufolge kommt erschwerend hinzu, dass viele Patienten ihre behandelnden Ärzte gar nicht über die eigenmächtige Einnahme der pflanzlichen Stoffe informieren. Es sei jedoch dringend erforderlich, hierüber einen Dialog zu führen, um schwere Komplikationen der Epilepsieerkrankung zu verhindern, so die Autoren weiter. Darüber hinaus bestehe jedoch auch seitens der Wissenschaft noch ein hoher Bedarf an weiteren Studien zum Thema.
Abstract aus Epilepsia 2008, Vol. 49,(3), pp. 373-380
Quelle: Epinews