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Alt 11.05.2006, 09:14
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard Zervixkarzinom zukünftig eventuell durch Impfung stark reduzierbar

Hallo,

das Zervixkarzinom (Gebährmutterhalskrebs) wird zu einem Großteil durch eine Infektion mit dem onkulogen "
Humanes Papilloma-Virus" (= HPV) hervorgerufen. Die Typen 16 und 18 gelten als besonders gefährlich / aggressiv (wenn ich mich richtig an ein Gespräch mit meinem Gyn erinnere).

Nun wurde eine Langzeitstudie veröffentlicht und es scheint, dass bald eine Impfung möglich wird. Der Impfstoff wurde auf Langzeitschäden (hier allerdings erst 4,5 Jahre) untersucht:


Zitat:
Erstmals Langzeitdaten zu HPV-Impfstoff veröffentlicht: Infektion mit krebserregenden HPV-Typen 16 und 18 kann zuverlässig und dauerhaft verhindert werden


11.05.2006 - 09:42 Uhr, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

München (ots) - Der GlaxoSmithKline-Kandidatimpfstoff zur
Prävention von Gebärmutterhalskrebs zeigt auch in einer
Langzeit-Untersuchung über 4,5 Jahre einen zuverlässigen Schutz vor
einer Infektion mit onkogenen HPV-Typen 16 und 18. Erstmals wurden
jetzt die Ergebnisse einer großen randomisierten Langzeitstudie der
breiten Öffentlichkeit vorgestellt. "Bei keiner der geimpften Frauen
kam es zu präkanzerösen Läsionen im Zervixepithel", betonte die
Studienleiterin Diane Harper von der Dartmouth Medical School (USA)
auf dem EUROGIN-Kongress 2006 in Paris.

"Mit den Ergebnissen verdichten sich die Hinweise, dass sich das
Zervixkarzinom zukünftig per Impfung erheblich reduzieren lässt",
sagte Harper. Nach 4,5 Jahren waren bei allen mit CervarixTM
geimpften Frauen noch Antikörper gegen HPV 16 und HPV 18 nachweisbar.
Im Vergleich zur natürlichen Immunantwort lagen die
Antikörperkonzentrationen bei den geimpften Frauen um den Faktor 17
(HPV 16) bzw. um den Faktor 14 (HPV 18) höher. Präkanzeröse Läsionen
wurden bei allen Frauen in der Impfgruppe verhindert. "Der Impfstoff
bietet einen nachhaltigen Schutz vor den gefährlichen Infektionen
durch HPV 16 und 18 und die daraus entstehenden präkanzerösen
Läsionen im Zervixepithel", so Harper. Darüber hinaus scheint der
Impfstoff auch vor Infektionen mit den HPV-Typen 45 und 31 zu
schützen, die ebenfalls eine Rolle bei der Pathogenese des
Zervixkarzinoms spielen. In die aktuelle Auswertung der
Follow-up-Untersuchung gingen Daten von knapp 800 Frauen ein, die
bereits an der primären Phase II-Wirksamkeitsstudie teilgenommen
hatten.


Innovatives Adjuvans unterstützt die Immunantwort

Wesentlichen Anteil an den guten Ergebnissen der Studie hat das
Adjuvans AS04, eine innovative Substanz, die von GSK entwickelt und
patentiert wurde. Das Adjuvans wird dem Impfstoff zugegeben, um die
körpereigene Immunantwort zusätzlich zu stimulieren, so dass höhere
Antikörperkonzentrationen erreicht werden. Ein traditionelles
Adjuvans ist Aluminiumsalz. Das GSK-Adjuvans AS04 war dem
Aluminiumsalz in klinischen Untersuchungen deutlich überlegen und
induzierte eine wesentlich stärkere und lang anhaltende Immunantwort.
Das Adjuvans AS04 besteht aus 500 Mikrogramm Aluminiumhydroxid plus
3-deacyliertes Monophosphoryl Lipid A (MPL®).

Bei dem Impfstoff selbst handelt es sich um eine gentechnisch
hergestellte Substanz, die aus virusähnlichen Partikeln besteht, die
zwar immunogen, aber nicht infektiös sind. Hauptprotein ist das
Kapsidprotein L1, das die körpereigene Immunantwort induziert.


Zuverlässiger Schutz durch frühzeitige Impfung

Die HPV-Impfung ist für Frauen jeden Alters geeignet. Experten
sind sich einig, dass von ihr sowohl Mädchen vor dem ersten sexuellen
Kontakt profitieren werden, als auch alle bereits sexuell aktiven
Frauen, da immer eine potentielle Infektionsgefahr besteht. Die
Impfung wird die Krebsfrüherkennung mittels Zervixabstrich
(Pap-Abstrich) nicht ersetzen, da nicht alle Zervixkarzinome durch
HPV 16 und 18 verursacht werden.

Jedes Jahr wird bei ungefähr 6.500 Frauen in Deutschland die
Diagnose 'Zervixkarzinom' gestellt. Das Zervixkarzinom gehört bei
Frauen unter 45 Jahren zu den häufigsten Tumorerkrankungen. In 99,7%
aller Gewebeproben von Frauen mit Zervixkarzinom lag eine
HPV-Infektion vor. Von den mehr als 100 verschiedenen Vertretern der
HP-Viren gelten u. a. die Virustypen 16 und 18 als Hochrisikoviren
für die Entstehung eines Zervixkarzinoms. Sie führen über virale
Onkogene zu einer ungeregelten Zellproliferation, die zur Ausbildung
präkanzeröser Läsionen im Epithel (CIN2/3; Cervical Intraepithelial
Neoplasien) und im weiteren Verlauf zu einem manifesten
Zervixkarzinom führen kann. Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist
z. B. eine persistierende Infektion mit HPV 16/18. Auf diese beiden
HPV-Typen sind mehr als 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle in
Europa zurück zu führen.

GlaxoSmithKline hat am 6. März 2006 die europäische Zulassung von
CervarixTM bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA beantragt.
Die Markteinführung wird für das Frühjahr 2007 erwartet.


Quellen:

1 Muñoz N, Bosch FX, Castellsagué X, Diaz M, de Sanjose S,
Hammouda D, Shah KV, Meijer CJLM. Against which human
papillomavirus types shall we vaccinate and screen? The
international perspective. Int J Cancer 2004; 111: 278-285.

2 Giannini SL et al. Superior Immune Response Induced by
Vaccination with HPV 16/18 L1 VLP Formulated with AS04 Compared
to Aluminum Salt Only Formulation. Poster B68, presented at the
4th Annu.Int.Conf. on Frontiers in Cancer Prevention Research
(AACR), October 30 - November 2, 2005, Baltimore, MD, USA

3 Harper DM , Franco EL, Wheeler C, Ferris DG et al. Efficacy of a
bivalent L1 virus-like particle vaccine in prevention of
infection with human papillomavirus types 16 and 18 in young
women: a randomised controlled trial. Lancet 2004;364:1757-65.

4 Ferlay J, Bray P, Pizani P, Parkin DM. Cancer incidence,
mortality and prevalence worldwide. Erhältlich bei GLOBOCAN
2002. Abgerufen 20. September 2005.

(Quelle: Presseportal)
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