Epilepsie - Nebenwirkungen der Medikamente
Ziel der Behandlung ist es, Anfallsfreiheit ohne Nebenwirkungen zu erreichen.
Der größte Teil aller Anfallspatienten verträgt die Antiepileptika praktisch nebenwirkungsfrei.
Nebenwirkungen sind nicht erwünschte Wirkungen.
Viele Patienten fürchten, daß antiepileptische Medikamente Psychopharmaka sind, mit denen sie „ruhiggestellt" werden sollen. Manche glauben vielleicht auch, das Medikament könne kaum richtig helfen, wenn nicht auch unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten würden. Dies alles ist nicht der Fall. Hinzu kommen Ängste vor Nebenwirkungen, die sich, wenn man den Beipackzettel eines Medikamentes durchliest, oft noch verstärken.
Nebenwirkungen können bei jedem Medikament auftreten. Sie sind nicht vorhersehbar.
Erläuterung
Beipackzettel von Medikamenten enthalten eine Liste aller möglichen Nebenwirkungen. Die Hersteller sind verpflichtet, auch seltene unerwünschte Begleiterscheinungen anzugeben. Dies erschwert eine Einschätzung des wirklichen Risikos.
Kann der Körper eine Einnahme von Medikamenten über Jahre überhaupt verkraften?
Viele Betroffene befürchten, daß sich die Wirkstoffe der Medikamente im Körper von Tag zu Tag anhäufen, wie bei einem Faß, das irgendwann überläuft. Das ist nicht der Fall, da die Medikamente vom Körper ständig abgebaut und ausgeschieden werden (z.B. im Urin).
Maßnahmen
Nebenwirkungen erfordern ärztlichen Rat. Sie sind ein Anlaß, die Behandlung zu überprüfen.
Anfallskranke sollten sich nicht scheuen, ihre Beschwerden zu nennen oder Befürchtungen von möglichen Nebenwirkungen anzusprechen.
Gibt es Langzeitschäden durch Medikamente?
Die meisten antiepileptischen Medikamente sind bei langfristiger Einnahme sehr gut verträglich. Mögliche Langzeitschäden (beispielsweise Kalkarmut der Knochen) können durch regelmäßige ärztliche Kontrolle vermieden werden.
Gefährliche Nebenwirkungen sind sehr selten.
Nur wenige Nebenwirkungen sind so gefährlich, daß die Behandlung verändert werden muß. Eine Verringerung der Einnahmemenge oder ein Stop der Medikamenteneinnahme muß unbedingt von einem Arzt überwacht werden, weil dabei eine gefährliche Anfallshäufung auftreten kann.
Anzeichen
Einige Nebenwirkungen treten nur zu Beginn einer Behandlung auf.
Es handelt sich dabei oft um Überempfindlichkeitsreaktionen des Körpers (Allergien), die in den ersten Wochen bis Monaten einer Behandlung vorkommen können. Sie bestehen oft aus Hautausschlägen, zum Teil mit Juckreiz oder Fieber. Am Anfang einer Behandlung ist nicht vorhersehbar, ob eine solche Reaktion auftritt oder nicht. Sie macht oft den Wechsel auf ein anderes Medikament notwendig.
Bedrohlich ist es, wenn Ausschläge auch im Mund vorkommen oder wenn Bläschen in der Haut entstehen.
Andere Nebenwirkungen entstehen, wenn die eingenommene Menge des Wirkstoffs zu hoch ist.
Sie können darin bestehen, daß man sich schwindelig fühlt, müde ist oder Sehstörungen hat. Das Denken und Handeln kann verlangsamt sein, die Sprache „verwaschen" oder es kann Übelkeit und Erbrechen auftreten. Solche Nebenwirkungen bilden sich wieder zurück, wenn die Tablettenmenge verringert wird. Die Menge, die ohne Nebenwirkungen noch vertragen wird, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden und vor Beginn einer Behandlung nicht bekannt.
Beispiele
Haut
Knochenmark
Magen und Darm
Lymphsystem
Knochen
Leber Gehirn
-allergischer Ausschlag, Blasenbildung (bedrohlich)
-Blutbildung gestört
-Übelkeit, Erbrechen, Appetitstörung
-Schwellung der Lympfknoten
-Entkalkung -Entzündung -Schwindel, Müdigkeit, Sehstörung, verwaschene Sprache
Quelle: IZE
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