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  #1  
Alt 26.06.2006, 08:50
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
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Registriert seit: 28.03.2005
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Beiträge: 10.994
Standard Positive Nebenwirkungen von Arzneimitteln kaum bekannt

Positive Nebenwirkungen von Arzneimitteln kaum bekannt


26.06.2006 - 09:30 Uhr, FÜR SIE

Hamburg (ots) - Viele Medikamente können mehr, als auf dem
Beipackzettel steht. Doch das erfahren Patienten selten. Denn oft
stellt sich der positive Nebeneffekt erst zufällig heraus, lange
nachdem die Arznei zugelassen und ihr Beipackzettel gedruckt worden
ist. Für Verbraucher jedoch kann es hilfreich oder kostensparend
sein, solche Alternativen zu nutzen. Die Frauenzeitschrift FÜR SIE
gibt in ihrer aktuellen Ausgabe vom 27. Juni 2006 einige Beispiele:

So ist etwa die prophylaktische Wirkung des Epilepsie-Mittels
Valproinsäure bei Migräne-Patienten mittlerweile wissenschaftlich
belegt. "In Studien hat eine Mehrzahl der Patienten eine Linderung
ihrer Migräne um mehr als 50 Prozent bestätigt", sagt Dr. Stefan
Evers, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft,
in FÜR SIE. Valproinsäure könne also eingesetzt werden, wenn
Betablocker nicht in Frage kommen.

Ein weiteres Mittel mit tollem "Extra": Der Hauptwirkstoff des
Eukalyptus-Öls, Cineol, ist längst für seine schleimlösenden
Eigenschaften bei Erkältung bekannt. Doch seine entzündungshemmende
Wirkung könne nach Studien auch bei schweren chronischen Entzündungen
der Atemwege, zum Beispiel Asthma, oder des Darms helfen und damit
Kortison-Gaben deutlich verringern helfen.

Und der bei uns nur für bakterielle Infektionen zugelassene
Wirkstoff Doxycyclin wird in anderen Ländern auch erfolgreich zur
Vorbeugung gegen Malaria eingesetzt. Gut zu wissen: Es kostet viel
weniger (20 Tabletten ab ca. elf Euro) als die üblichen Malariamittel
(Z. B. Atovaquon/Proquantil: zwölf Tabletten ab ca. 58 Euro).

(Quelle: Presseportal)
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  #2  
Alt 26.06.2006, 09:11
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Ich bin keine Ärztin und auch keine Pharmazeutin. Aber ich sehe diese Veröffentlichung etwas skeptisch.

Unsere Tochter bekommt als Epilepsiemedikament Valproinsäure. Beim Einschleichen des Medikaments kann es zu Leberschäden kommen (wir hatten damit zum Glück keine Probleme) - aber ein solches Medikament als "Prophylaxe" einzusetzen, halte ich für bedenklich.

Ebenso frage ich mich, ob es so sinnvoll ist, aufgrund von Kostenvorteilen ein Antibiotikum zur Vorbeugung von Malaria einzusetzen. Denn immer mehr Antibiotika werden wegen des viel zu häufigen Einsatzes unwirksam. Die Bakterien werden resistent. Schon jetzt gibt es Stämme, bei denen keine Antibiose mehr Erfolg hat. Und die Entwicklung neuer Wirkstoffe wird lange dauern - dieses Segment wurde lange Zeit nicht mehr von der Pharmaforschung bearbeitet. Wenn also Reisende um Geld zu sparen ein Antibiotikum verwenden würden, würde das sicherlich auch dazu führen, dass weitere Bakterienstämme bei dem betreffenden Medikament Resistenzen ausbilden.

Außerdem: wer es sich leisten kann, in Urlaubsgebiete zu jetten, wo Malaria-Medikamente benötigt werden, sollte wohl auch finanziell in der Lage sein, die speziell auf Malaria abgestellten Medikamente zu kaufen. Diese Reisenden brauchen nicht aufgrund persönlicher Sparmaßnahmen den Rest der Bevölkerung durch mögliche Resistenzen zu gefährden.

So mal meine ganz persönliche Meinung ...
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  #3  
Alt 26.06.2006, 10:34
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
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liebe mary ich gebe dir in allen punkten recht.
und auch was deine meinung über flugkosten und vorbeugung behinhaltet.
man nimmt ja auch kein mittel weil man vielleicht nächsten monat durchfall hat und verseucht so den körper.sicher mag es möglich sein das manche sachen auch so wirken aber steht da nicht nutzen risiko im weg.aber die sachen gibt es auf rezept das andere muß selbst gezahlt werden.auch von den ärzten es als vorbeugung einzusetzten finde ich nicht richtig
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  #4  
Alt 26.06.2006, 21:33
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo,

zu diesem Thema kann ich sagen, daß ich seit Jahren das Epilepsie-Medikament Sirtal retard sehr niedrig dosiert einnehme, obwohl ich keine Epilepsie habe.

Es hat sich allerdings bei meiner heftigen Neuralgie so positiv bewährt, daß ich seitdem ohne Schmerzen laufen und auch wieder uneingeschränkt trainieren kann (die Neuralgie habe ich in meinem linken Bein).

Anfangs war es ein Versuch unseres Neurologen, da Schmerzmittel mir nicht weiter halfen.

Dieses Medikament hat sich mittlerweile allgemein gut durch gesetzt gegen verschiedenste neuralgische Schmerzen.

LG
Nancy
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  #5  
Alt 27.06.2006, 05:48
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
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das ist ja etwas ganz anderes liebe nancy,es aber nur zur vorsicht zu geben wegen einen urlaub ,das finde ich nicht gut.
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  #6  
Alt 27.06.2006, 07:44
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Liebe Nancy,

wenn Patient und Arzt neue Wege gehen und dann durch Erfolge auch belohnt werden, ist es klasse und wünschenswert.

Allerdings befürchte ich bei einem solchen Artikel in einer Lifestyle-Zeitschrift auch schnell weniger wünschenswerte Entwicklungen. Die niedergelassenen Ärzte stehen in einem starken Konkurrenzdruck zu ihren Kollegen. Es kommt nicht selten vor, dass sie - um ihren Patientenstamm zu halten - das verordnen, was die Patienten wünschen. Leider ist Pharmakologie auch nur ein Semester lang während der gesamten Ausbildung der Ärzte ein Pflichtthema. Somit ist die Gefahr groß, dass aufgrund eines solchen euphorischen Artikels viele Patienten entsprechende Verordnungen ausstellen lassen.

Es kommt ja auch vor, dass z. B. die Patientin B sich ein Medikament gegen niedrigen Blutdruck aufschreiben läßt, weil ihre Freundin = Patientin A ihr das empfohlen hat.

Einen entsprechenden Erfahrungsbericht über eine solche "Mode-Verordnung" habe ich erst Anfang des Jahres gehört. In einem Vorort ging auf einmal das betreffende Medikament "wie warme Semmel" über den Apothekentisch.

Fatal bei dieser Verordnungswelle war: einige der Patienten bekam gleichzeitig ein Medikament gegen zu hohen Blutdruck ... also genau das Gegenteil ... in der Arztpraxis fiel das nicht weiter auf. Erst als die Apothekenmitarbeiter mit den betreffenden Patienten gesprochen haben, kam heraus, dass der Blutdrucksenker falsch eingenommen wurde (zu einer falschen Zeit) - daraus ergab sich ein zu starkes Abfallen des Blutdrucks am Vormittag. Und dagegen ließen sie sich dann das Blutdruckerhöhende Medikament verordnen ... (weils der Freundin ja auch half)

Das Problem (= falsches Einnahmeverhalten beim "richtigen" Medikament) wurde erst durch das Gespräch in der Apotheke wirklich behoben und das "Modepräparat" wurde dann auch nicht mehr benötigt ...

Aber: solche Dinge fallen nur dann auf, wenn die Patienten in einer Apotheke Stammkunden sind.

Natürlich - zumindest hoffe ich das - ist ein solcher Extremfall wie oben beschrieben nur die Ausnahme ... aber es zeigt auf, welche Gefahren darin liegen, Medikamente euphorisch anzupreisen ...

Wenn z. B. das Antibiotikum bei den Leserinen als Geheimtipp gehandelt wird, weil man ja Geld sparen kann ... könnten wir bei Erkrankungen, die jetzt noch erfolgreich mit diesem Doxycyclin behandelt werden, wegen der möglichen Resistenzenbildungen Probleme bekommen.

Bei dem Beispiel mit der Migräne: für viele Patienten ist häufiger Kopfschmerz schnell eine Migräne. Kopfschmerzen können aber z. B. auch bei einem Medikamentenmißbrauch (übermäßige Einnahmen von Schmerzmitteln) als Schaden auftreten. Nur mal angenommen, entsprechende Patienten lesen das mit der Valproinsäure und lassen sich das verordnen. Mal angenommen, sie erhalten dies auch als Dauerverordnung ... Leber und Nieren sind sicher schon mit den häufigen Schmerzmittel-Einnahmen stark belastet. Nun kommt noch ein Medikament hinzu, das - in wenigen Fällen - zu Leberschäden führen kann. Bei einer entsprechenden "Vorschädigung" (wenn auch noch nicht auffällig) steigt das Risiko sicherlich stark an ...

Das sind die Gefahren, die ich bei solchen Artikeln als Laie sehe ...

LG

Mary
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  #7  
Alt 27.06.2006, 10:50
Nancy
 
Beiträge: n/a
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@ evma und Mary:

...ich würde auch nie eine "Weiterempfehlung" ohne Absprache mit Arzt und/oder Apotheker zu erwähnen.

Das würde ich nicht verantworten wollen. Es wäre ja auch möglich, daß ein Medikament, welches einem Patienten gut hilft und er dieses auch gut verträgt, bei einem Anderen schlimme Folgen haben kann.


LG
Nancy
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  #8  
Alt 27.06.2006, 11:20
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
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Beiträge: 10.994
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Zitat:
Zitat von Nancy
@ evma und Mary:

...ich würde auch nie eine "Weiterempfehlung" ohne Absprache mit Arzt und/oder Apotheker zu erwähnen.

Das würde ich nicht verantworten wollen. Es wäre ja auch möglich, daß ein Medikament, welches einem Patienten gut hilft und er dieses auch gut verträgt, bei einem Anderen schlimme Folgen haben kann.


LG
Nancy

Liebe Nancy,

das weiß ich ...

LG

Mary
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  #9  
Alt 27.06.2006, 12:04
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Mary
Liebe Nancy,

das weiß ich ...

LG

Mary

Liebe Mary,

dann ist es ja gut.
Wollte damit nur sagen, daß ich, selbst wenn hier ein Medikament gut hilft, es nicht leichtfertig weitergebe.


LG
Nancy
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  #10  
Alt 27.06.2006, 13:19
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
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Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Zitat:
Zitat von Nancy
Liebe Mary,

dann ist es ja gut.
Wollte damit nur sagen, daß ich, selbst wenn hier ein Medikament gut hilft, es nicht leichtfertig weitergebe.


LG
Nancy

Liebe Nancy,

weiß ich doch *lächelt*

Knuddelgrüsse Mary
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