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  #1  
Alt 11.07.2006, 14:48
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Kinder und Medikamente

Der weitaus häufigste Grund, Kindern Medikamente zu geben, sind die vielen Infektionen durch Viren oder auch Bakterien, die ein Kind immer wieder bekommen kann. Sie können durch die verschiedenartigsten Medikamente, teils auch durch Antibiotika, behandelt werden. Es gibt natürlich zudem eine Vielzahl anderer Erkrankungen, die dazu führen, dass Ihr Kind eine Zeitlang Medizin einnehmen muss.

Medikamente zu verabreichen kann aus verschiedenen Gründen sehr schwierig sein: Kleinkinder machen den Mund nicht auf, spucken alles wieder aus oder müssen sich auf Grund der Erkrankung erbrechen, so dass das Medikament nicht wirken kann.

Deshalb gibt es für Kinder den gleichen Wirkstoff oft in Form von Tropfen, Mixtur, Saft, Pulver, Granulat, Zäpfchen oder Tabletten (mit und ohne Überzug). Bekommt Ihr Kind zum ersten Mal ein Medikament, sprechen Sie mit dem Arzt über die beste Verabreichungsform und geben Sie ihm eine Rückmeldung, ob diese auch funktioniert.


Medikamente für die Kleinsten

Kleinkindern geben Sie Medikamente am besten als Saft, Tropfen oder Zäpfchen. Den flüssigen Mitteln sind meist Geschmacksstoffe zugesetzt. Die Medikamente können in einigen Fällen mit Saft, Tee oder Muttermilch vermischt werden, um den Medizin-Geschmack zu überdecken. Mit Hilfe einer Spritze (natürlich ohne Nadel!) können Sie Ihrem Kind solche Tropfen in den Mund geben, die nicht verdünnt werden dürfen.

Stellen Sie dabei sicher, dass ihr Kind genau die verschriebene Menge bekommt - weder mehr noch weniger. Ändern Sie NIEMALS eigenmächtig die verschriebene Dosierung. Ihr Arzt hat sie individuell auf die Erkrankung Ihres Kindes abgestimmt.

Spuckt Ihr Kind einen Großteil des in den Mund gegebenen Saftes oder der Tropfen wieder aus oder erbricht es sich innerhalb der ersten Stunde nach Medikamenteneinnahme, müssen Sie die Dosis noch einmal geben. Das gleiche gilt bei Durchfall/Stuhlgang in der ersten Stunde nach einem Zäpfchen.


Medikamente für chronisch kranke Kinder

Kinder, die an einer chronischen Krankheit wie Epilepsie oder Asthma leiden und deshalb regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, können ohne Probleme selbst bestimmen, welche Verabreichungsform ihnen am besten gefällt.

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Arzt die Dosierungen mit der Zeit ändert, auch wenn der Effekt derselbe bleibt. Kinder unterschiedlichen Alters setzen Medikamente mit verschiedenen Geschwindigkeiten um. Viele Medikamente wirken stärker auf jüngere als auf ältere Kinder oder gar Erwachsene.


Tipps

Geben Sie Ihrem Kind niemals Medikamente, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Selbst eine Kopfschmerztablette kann vor allem bei Kleinkindern ernste Nebenwirkungen zur Folge haben. Auch vermeintlich harmlose Medikamente können Symptome eines ernsthaften Zustandes überdecken und so die richtige Behandlung verzögern.

Medikamente dürfen auf keinen Fall innerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Leider ereignen sich jährlich viele Vergiftungen durch fahrlässig verwahrte Medikamente. Aus Kindersicht sind Medikamente spannend, sie sind oft in grellen Farben verpackt und schmecken durch Zusatz von Geschmacksstoffen vielleicht sogar angenehm. Außerdem beobachten Sie immer wieder, dass Mama, Papa oder Großeltern Tabletten einnehmen, und gerade bei Kleinkindern ist der Nachahmungstrieb ja sehr stark.

Seien Sie deshalb im Umgang mit Medikamenten so vorsichtig wie möglich. Hat Ihr Kind trotz Ihrer Vorsichtsmaßnahmen möglicherweise ein Medikament in die Hand bekommen und geschluckt, verständigen Sie unbedingt sofort Ihren Kinderarzt oder die Ambulanz der nächsten Kinderklinik. Nehmen Sie Verpackungen oder Flaschen der eventuell eingenommenen Präparate immer mit, damit es keine Missverständnisse gibt! Oft genügt es, Kinder mit Medikamentenvergiftungen erbrechen zu lassen (unter Aufsicht in der Klinik), vielleicht muss Ihr Kind aber zur Beobachtung oder einer anderen Behandlung stationär aufgenommen werden.

Quelle: Netdoctor
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  #2  
Alt 11.07.2006, 18:26
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

da kinder zäpfchen nicht mögen haben wir sie popobonbon genannt und die kinder haben nicht gemeutert,als sie mal ein bekammen.
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  #3  
Alt 11.07.2006, 18:33
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von evma
da kinder zäpfchen nicht mögen haben wir sie popobonbon genannt und die kinder haben nicht gemeutert,als sie mal ein bekammen.


Klasse Idee!!

LG
Nancy
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  #4  
Alt 11.07.2006, 18:36
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

das hat bei uns immer geholfen und auch heute heisen die zäpfchen noch popobonbon
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  #5  
Alt 11.07.2006, 22:10
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Standard Kinder und Medikamente - Ergänzung

Tach zusammen!

Schön, dass ein so wichtiges Thema eingestellt wird (Danke, nancy). Die Tipps sind gut (Danke für das "Popobonbon"), aber leider nicht perfekt.

Einige Sachverhalte muss ich hier noch einmal ergänzen.
  1. Flüssige Zubereitungen: das Mischen mit geschmacklich attraktiven Getränken trägt zwar zur Mithilfe des Kindes bei (im Fachjargon "compliance"), aber nicht alle Getränke sind für alle Medikamente geeignet. Manche Antibiotika vertragen sich z. B. nicht mit säurehaltigen Säften. Es kann zur Inaktivierung eines Teils der Wirstoffe kommen, also stimmt die Dosis nicht mehr.
    Daher: bitte den Apotheker fragen, ob es beim Mischen dieses speziellen Arzneimittels Probleme geben kann. Der Arzt weiss dies meistens nicht.
  2. Dass Zäpfchen (Popobonbons ) noch einmal gegeben werden müssen,wenn innerhalb einer Stunde Durchfall/Stuhlgang stattfindet, ist blanker Unsinn!
    Ein Zäpfchen schmilzt oder löst sich auf innerhalb von 5, max. 10 min; dazu geben wir geschätzte 10 min, bis der komplette Wirkstoff aufgenommen worden ist. Also ist nach spätestens 20 min die komplette Dosis im Kind.
  3. Die Dosierung kann sich sowohl nach oben, als auch nach unten korrigieren, abhängig vom Wirkstoff.
    Z. B. Valproinsäure/Valproat bei Epilepsie: kleine Kinder bekommen das mehrfache einer Erwachsenendosis, weil sie den Wirkstoff schneller abbauen. Andere Stoffe bewirken eine Gewöhnung (nicht Sucht!), daher muss die Dosierung immer wieder erhöht werden.
Ich betone noch einmal: bitte keinesfalls die Dosierung eines vom Arzt verordneten Medikamentes eigenmächtig ändern!

Das zu befolgen kann lebenswichtig für das Kind sein!

Bis zum nächstenmal,
Euer micha
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #6  
Alt 11.07.2006, 22:17
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Micha,


danke für Deine Info.

So nützlich manche Themen hier sind...ich finde es super, daß Du als Fachmann immer noch gute Tipps dazu hast, die für mich (...und sicher nicht nur für mich..) sehr hilfreich und aufklärend sind).

Vielen Dank


LG
Nancy
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  #7  
Alt 12.07.2006, 01:57
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

Zitat:
Zitat von Nancy
Hallo Micha,


danke für Deine Info.

So nützlich manche Themen hier sind...ich finde es super, daß Du als Fachmann immer noch gute Tipps dazu hast, die für mich (...und sicher nicht nur für mich..) sehr hilfreich und aufklärend sind).

Vielen Dank


LG
Nancy


auch von mir einen großen dank micha das du durch deine fachkompetenz immer die thema abrundest.deine berichts machen ein thema erst so richtig rund.danke dafür
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