Ausnahme-Liste


Christiane Fux
Medikamente, die man in der Apotheke auch ohne Rezept erhält, werden seit Januar 2004 nicht mehr von den Kassen gezahlt. Für Menschen mit schweren Erkrankungen wird jedoch in bestimmten Fällen eine Ausnahme gemacht. Die folgende Liste zeigt, bei welchen Indikationen welcher Wirkstoff weiterhin verordnet werden kann:
ArzneimittelNur zur Behandlung folgender Erkrankungen
Abführmittel
Bestimmte Darmerkrankungen (Megakolon, Divertikulose, Divertikulitis, neurogene Darmlähmung)
Krebserkrankungen
Vor diagnostischen Eingriffen (z.B.
Darmspiegelungen)
Einnahme phosphatbindender Medikamente
Chronisches Nierenversagen (
Chronische Niereninsuffizienz)
Schmerztherapie mit Opiaten
Acetylsalicylsäure (Aspirin) Nach
Herzinfarkt
Nach
Schlaganfall
Nach arteriellen Eingriffen
Schwerste Schmerzen in Kombination mit Opioiden
AcidosetherapeutikaDialysepatienten
Chronisches Nierenversagen (
Chronische Niereninsuffizienz)
Antidote (Gegengifte)Akute Vergiftungen
AntihistaminikaIn Notfallsets zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-
Allergien
Schwere, wiederkehrende
Nesselausschläge (Urticarien)
Schwerwiegender, anhaltender Juckreiz (Pruritus)
Antimykotika (Antipilzmittel)Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum
Antiseptika und GleitmittelPatienten, die sich selbständig Katheter legen müssen
Arzneistofffreie InfusionenBei entsprechender Indikation
Benfotiamin (Vitamin B1-Derivat)Nachgewiesener, schwerwiegender Mangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Calcium-Verbindungen Nachgewiesene
Osteoporose (Knochenschwund)
Parallel zu einer intensiven
Kortisontherapie (mindestens 7,5 mg Prednisolonäquivalent), die voraussichtlich mindestens sechs Monate dauern wird
Skelettmetastasen
Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreodismus)
Chinin Malaria
Citrate Blasen- oder
Nierensteine (Harnkonkremente)
E. coli
(Stamm Nissle 1917)
Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa), sofern Mesalazin nicht vertragen wird
Eisen-(II)-Verbindungen Gesicherte
Blutarmut durch Eisenmangel (Eisenmangel-Anämie)
Flohsamenschalen Als unterstützende Quellmittel-Behandlung bei
Morbus Crohn
Kurzdarmsyndrom
Durchfall in Zusammenhang mit
HIV
Folsäure und FolinateTherapie mit Folsäureantagonisten (
z.B. Chemotherapie)
Darmkrebs
Nachgewiesener, schwerwiegender Mangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Gingko biloba Blätter-Extrakt Demenz
Homöopathische PräparateErkrankungen, für die auch andere, rezeptfreie Mittel zugelassen sind
Johanniskraut-Extrakt (Hypericum perforatum) Mittelschwere
depressive VerstimmungenJod (Iodid) Schilddrüsenerkrankungen
Jod-Salben und -TinkturenHautgeschwüre
Wundliegen bettlägeriger Patienten
KaliumverbindungenKaliummangel im Blut (Hypokaliämie)
Lactulose und LactitolLeberversagen im Zusammenhang mit hepatischer Enzephalopathie (z.B. infolge einer
Leberzirrhose)
Lösungen zur künstlichen Ernährung Bei entsprechender Indikation
Lokale Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) zur Injektion Bei entsprechender Indikation
Magnesium
(zum Einnehmen)Angeborene
Magnesiumverlusterkrankungen
Magnesium
(Infusion)Nachgewiesener
Magnesiummangel
Erhöhter Bluthochdruck in der Schwangerschaft (Präeklampsie) zur Verhinderung von Krampfanfällen (
Eklampsie)
Metixenhydrochlorid Parkinson-Syndrom
Mistel-Präparate Verbesserung der Lebensqualität bei austherapierten
Krebserkrankungen. Auf Mistellektin standardisierte Präparate
Mund- und RachentherapeutikaPilzinfektionen
Geschwürige Erkrankungen der Mundhöhle
Nach Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
Niclosamid Bandwurmbefall
Nystatin Pilzinfektionen (Mykosen) bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B.
HIV, schweres Rheuma und andere Autoimmunerkrankungen)
Ornithinaspartat Hepatisches (Prä-)Koma
Episodische, hepatische
Enzephalopathie
PankreasenzymeChronische, exokrine
Bauchspeicheldrüsen-Unterfunktion
Mukoviszidose
ParacetamolSchwerste Schmerzen in Kombination mit Opioiden
Phosphatbinder Chronische Niereninsuffizienz
Dialyse
Phosphatverbindungen Phosphatmangel (Hypophosphatämie), der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Salicylsäurehaltige Salben und Cremes Schuppenflechte (Psoriasis)
Hyperkeratotische Ekzeme
Synthetischer Speichel Krankheitsbedingte Mundtrockenheit bei
Rheumatischen Erkrankungen
Krebserkrankungen
Synthetische Tränenflüssigkeit Siccasyndrom bei
rheumatischen Erkrankungen
Übelkeit hemmende MedikamenteKrebserkrankungen
Meniére-Krankheit
Vitamin D Nachgewiesene
Osteoporose (Knochenschwund)
Parallel zu einer intensiven
Kortisontherapie (mindestens 7,5 mg Prednisolonäquivalent), die voraussichtlich mindestens sechs Monate dauern wird
Skelettmetastasen
Vitamin K Nachgewiesener, schwerer Mangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
Wasserlösliche VitamineDialysepatienten
Nachgewiesener, schwerer Mangel, der durch eine entsprechende Ernährung nicht behoben werden kann
ZinkverbindungenEnteropathische Akrodermatitis
Dialysebedingter, nachgewiesener Zinkmangel
Morbus Wilson
Quelle netdoktor