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  #1  
Alt 01.09.2005, 20:22
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Standard Neue Richtlinien zur Verordnungsfähigkeit von Produkten zur enteralen Ernährung

Zum 01. Oktober 2005 treten neue Bestimmungen für Ärzte in Kraft, nach denen die Verordnungsfähigkeit von Ernährungsprodukten bei Mangelernährung bzw. besonderen Erkrankungen zu prüfen ist.

Mein erster Eindruck: zieht Euch warm an, der Wind weht von vorn!

Es werden die Ernährungssituationen der Patienten näher definiert, die noch Anspruch auf besondere enterale Zusatz- oder Ersatznahrung haben. Des weiteren soll mehr Wert auf pflegetherapeutische und sozialmedizinische Maßnahmen gelegt werden, um den Bedarf an Zusatznahrung möglichst klein zu halten.

Ein ganz toller Treffer: Aufbaunahrung für Tumorpatienten, die speziell für diese Indikation gedacht ist, ist demnächst nicht mehr verordnungsfähig!

Ich konnte die Richtlinie nur überfliegen, werde mich aber in den nächsten Tagen hineinknien und einen weiteren Kommentar dazu verfassen. Bei speziellen Fragen werde ich mich gern um Aufklärung kümmern.

Den Originaltext findet Ihr hier

Bis bald, Micha:-|
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #2  
Alt 01.09.2005, 21:25
Benutzerbild von moni
moni moni ist offline
Forenfrechdachs
 
Registriert seit: 17.05.2005
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 75
Standard "Diäten"

Hallo Micha,
das sind ja super Neuigkeiten!!Gerade hatte ich einen Kassenstreit wegen der Kostenübernahme für eine ketogene Diät bei Epilepsie.
Habe schon eine Mail an Frau Schmidt losgeschickt - da freut mich eure Botschaft heute ganz besonders
Grüßle, Moni
__________________
*Das Glück im Leben hängt ab von den guten Gedanken, die man hat.* Marc Aurel
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  #3  
Alt 22.09.2005, 11:30
Benutzerbild von moni
moni moni ist offline
Forenfrechdachs
 
Registriert seit: 17.05.2005
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 75
Standard

hallo micha,
kannst du mir die website nennen, auf der ich diese pdf datei finde.
ist die im bfgs??
Danke, moni
__________________
*Das Glück im Leben hängt ab von den guten Gedanken, die man hat.* Marc Aurel
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  #4  
Alt 22.09.2005, 12:26
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard RE:

Zitat:
Original geschrieben von moni

hallo micha,
kannst du mir die website nennen, auf der ich diese pdf datei finde.
ist die im bfgs??
Danke, moni

Hallo Moni,

da Micha wohl nicht vor Sonntag online gehen könnte, von mir ganz kurz die Info: der Link ist in Michas Beitrag hinter dem unterstrichenen "hier" zu finden. Brauchst also nur dieses "hier" (in Michas Beitrag) anzuklicken und schon ... *schwubs* ... biste in der PDF-Datei ...

LG

Mary
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

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  #5  
Alt 12.10.2005, 06:51
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Standard Mein Kommentar

Was lange währt, wird endlich gut. Ich habe es endlich geschafft, den versprochenen Kommentar zur neuen Richtlinie zur Verordnung enteraler Ernährung zu schreiben.

Was am Anfang noch sehr negativ aussah, hat sich etwas zum Guten gewendet. Obwohl der Wortlaut der Richtlinie bestimmte enterale Ernährungslösungen von der Verordnung ausschließt, sind die davon Betroffenen nicht „verloren“.

Die Hersteller dieser Produkte haben diese Fallstricke natürlich auch erkannt und entsprechend reagiert. Diese Information ist noch nicht offiziell, aber verlässlich, da sie von einem meiner Bekannten im Pflege- und Versorgungsmanagement stammt.
Mindestens ein Hersteller hat als Reaktion auf die neue Richtlinie seine Produkte umgestaltet, sodass sie wieder in den Verordnungsrahmen passen. Die übrigen Hersteller werden mit Sicherheit ähnliche Lösungen anbieten.

Ungeklärt bleibt allerdings, in wieweit die GKV in die Verordnungsfreiheit des Arztes eingreifen werden. Die Abwägung, ob im Vorfeld die möglichen unterstützenden Maßnahmen (z. B. geduldiges Füttern, Logopädie etc.) ausgeschöpft wurden, liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes.
Es bleibt abzuwarten, ob sich diese durch den etwas diffusen Wortlaut der Richtlinie und die Angst vor Regressforderungen der Kassen u. U. abhalten lassen, eine notwendige Ernährungsverordnung abzulehnen oder aufzuschieben.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe lassen im Moment jegliche Hilfestellung vermissen. Stattdessen werden dort Kostenmodelle für die Herstellung von Ernährungslösungen verschiedener Anbieter veröffentlicht, die dem Arzt bei der Verordnung helfen (?) sollen. Das Fragezeichen habe ich deshalb gesetzt, weil die unterschiedlichen Modelle sich angeblich an einem vorgegebenen Ernährungsplan orientieren, aber vom Inhalt starke Differenzen zum Plan aufweisen. Ein wenig sachkundiger Arzt wird dadurch garantiert fehlgeleitet. Meines Erachtens haben darunter vor allem die mit immer neuen Richtlinien, Leitlinien und Behandlungsvorschriften eh schon gebeutelten Hausärzte zu leiden.

Was kann der Betroffene bzw. der Betreuer tun? Er sollte offen mit seinem Arzt über das Problem reden und mit ihm gemeinsam nach Lösungen suchen. Hilfreich wäre z. B. ein in Ernährungsfragen erfahrener Konsiliararzt (beratender Arzt), der Vorschläge zur Verordnung macht. Der Hausarzt wäre entlastet und das Fachwissen des Konsiliararztes wäre in die richtigen Bahnen gelenkt worden. Am einfachsten gelingt dies natürlich, wenn der Hausarzt die Weiterverordnung einer in der Klinik zusammengestellten Ernährung übernehmen kann. Auch Pflegedienste können eine große Hilfe sein, um die Versorgung mit den nötigen Ernährungslösungen und Hilfsmitteln (einschließlich der Bestellung von Rezepten beim Arzt) zu regeln.

Ich wünsche uns allen, dass diese Richtlinie wie versprochen regelt und nicht nur beschneidet, einzig um des Sparens willen.
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #6  
Alt 16.10.2005, 19:21
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 251
Standard Ein Artikel in der Zeitung "Die Welt" dazu ...

Hallo,

die Zeitung "Die Welt" hat einen Artikel dazu veröffentlicht - also zu künstlicher Ernährung ... allerdings geht er mehr auf ältere Patienten ein ...

Trotzdem, wen es interessiert, hier der Link zu dem Artikel .

Gruß

Tacheles 8-)
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Tacheles


Ich weiß nicht alles, mir wächst kein Gras aus der Hand.
Wenn Du anderer Meinung bist, dann diskutiere mit mir!
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