Mehr Kontrolle: Pharmafirmen sollen Kalkulation offenlegen
Berlin (ddp). Die Preisgestaltung der Pharmaindustrie soll künftig stärker kontrolliert werden. So sollen die Unternehmen ihre Kalkulationen offenlegen, wie nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montagausgabe) aus dem Arbeitsentwurf des Gesundheitsministeriums zur Gesundheitsreform hervorgeht. Über Kosten-Nutzen-Prüfungen sollen außerdem Höchstpreise für neue Arzneien festgelegt werden, die die Kassen noch erstatten dürfen. Liegt der Preis darüber, «hat der Versicherte die Mehrkosten zu tragen», heißt es im Papier. Dem Arbeitsentwurf zufolge dürfen Pharmaunternehmen in den Preis für ein international vertriebenes Medikament nicht länger sämtliche Entwicklungskosten einrechnen, sondern nur «denjenigen anteiligen Betrag, der dem Versorgungsanteil in Deutschland entspricht». Dies setze voraus, dass Preiskalkulationen und Vertriebsdaten offengelegt würden. Der Erstattungsbetrag könne aber «auch im Einvernehmen mit dem Hersteller festgelegt» werden. Die Pharmaindustrie nahm die Pläne mit Besorgnis auf. Die vorgeschlagenen Erstattungshöchstbeträge für Arzneimittel bedeuteten «das faktische Ende einer freien Preisbildung für innovative Medikamente», kritisierte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, in der Zeitung. «Staatlich sanktionierte Preisdiktate sind der Anfang, Staatsmedizin das Ende der Entwicklung.»
Quelle: Netdoctor
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