Anklage: Tödliche Tabletten übers Internet verkauft
Wuppertal (ddp). Weil er über das Internet tödliche Tabletten an Selbstmordkandidaten verkauft hat, muss sich ein 23-Jähriger möglicherweise demnächst vor Gericht verantworten. Sechs seiner Kunden seien nach Einnahme der Medikamente qualvoll gestorben, 13 weitere seien ins Koma gefallen, hätten aber gerettet werden können, teilte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Seine Behörde habe inzwischen Anklage gegen den Mann wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in 19 besonders schweren Fällen erhoben. Unter dem Namen «Buddha» oder «Paul Devit» habe sich der junge Mann erstmals 2004 in Online-Gesprächsforen für Selbstmörder eingeklinkt, sagte der Sprecher. Er habe sich dort als Medizinstudent ausgegeben und ein «sicheres Mittel für Selbstmord» angeboten. Den Preis für diese Tabletten habe der Mann bis auf 1500 Euro gesteigert. Auf die Spur des 23-Jährigen sei die Polizei gekommen, als ein 19-Jähriger aus dem brandenburgischen Eberswalde bewusstlos in einem Hotel aufgefunden worden sei, sagte der Behördensprecher. Der Mann habe wiederbelebt werden können, habe aber bereits Leichenflecken aufgewiesen. Die Eltern des 19-Jährigen hätten daraufhin die Polizei eingeschaltet. Dem 23-Jährigen droht bei einer Verurteilung eine lange Haftstrafe.
Quelle: Netdoctor
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