Das breit wirksame Antiepileptikum Lamotrigin ist zur Behandlung verschiedener Epilepsieformen, wie fokaler und generalisierter Epilepsien, im Kindes- und Jugendalter in vielerlei Hinsicht gut geeignet. Dies berichten Epilepsieexperten zahlreicher renommierter Epilepsiekliniken in Deutschland und der Schweiz in einem Artikel einer medizinischen Fachzeitschrift. Den Experten zufolge ist Lamotrigin besonders gut verträglich und findet deshalb vor allem bei älteren Schulkindern und Jugendlichen häufig Anwendung. So sind unter der Behandlung in der Regel keine Gewichtszunahme und keine Beeinträchtigung der Kognition zu erwarten. Erste Studien konnten darüber hinaus zeigen, dass Lamotrigin auch bei Kindern vor dem 2. Lebensjahr gut wirksam und verträglich ist. Ebenso Epilepsien, die im Rahmen von Erkrankungen wie der Tuberösen Hirnsklerose, der juvenilen neuronalen Ceroidlipofuszinose oder dem Rett-Syndrom auftreten, lassen sich mit dem Antiepileptikum oftmals gut behandeln. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass Lamotrigin auch in Kombination mit Valproinsäure bei schweren Epilepsien gute Behandlungserfolge hat. Mögliche Nebenwirkungen, wie Schwindel, Gangunsicherheit und Übelkeit, sind meist leichter Natur. Wünschenswert ist außerdem die zusätzliche stimmungsaufhellende Wirkung von Lamotrigin. Eigenschaften, welche die Lebensqualität von jungen Epilepsiepatienten entscheidend verbessern können, so die Autoren.
Abstract aus Klin Padiatr 2005; 217: 222-229
Quelle: Netdoctor