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  #1  
Alt 08.12.2005, 06:55
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard Medikamente vor Zugriff von Kindern schützen

Schüler schlucken wahllos Pillen

Großer Alarm gestern Vormittag an der Tremoniaschule: Elf Schüler mussten ins Krankenhaus, weil sie Medikamente geschluckt hatten.

Eine Lehrerin hatte gegen 11 Uhr einen elfjährigen Jungen mit Tabletten erwischt und zur Rede gestellt. Schnell stellte sich heraus, dass er nicht nur selbst zugegriffen, sondern die Pillen auch unter Mitschülern verteilt hatte. Die Schule schlug sofort Alarm "die Feuerwehr rückte mit 50 Rettungskräften in der Innenstadt-West an, die Polizei war ebenfalls mit einer großen Zahl an Beamten beteiligt.

Olaf Weber, Leitender Notarzt: "Als wir am Einsatzort eintrafen, zeigten die elf betroffenen Schüler im Alter zwischen neun und zwölf Jahren kaum Symptome. Einigen war aber schwindelig." Ermittlungen ergaben, dass die Kinder insgesamt fünf Präparate geschluckt hatten. Während acht von ihnen nur eine Pille einnahmen, nahmen die übrigen bis zu drei Tabletten.

"Darunter waren Antibiotika und Blutzuckerspiegel senkende Mittel. Vier davon eher unkritisch, eines war bedenklicher." Sechs der betroffenen Schüler wurden vorsorglich in die Dattelner Kinderklinik eingeliefert, fünf kamen ins Klinikum Dortmund. Zur Beobachtung und zur genauen Analyse der Blutwerte.

"Die Lehrer haben sofort richtig reagiert " unter Umständen kann ein hoch wirksames Medikament innerhalb von 30 Minuten die Gesundheit erheblich schädigen", erklärte Feuerwehr-Chef Klaus Schäfer. Die Eltern der ins Krankenhaus gebrachten Kinder wurden umgehend von der Schule benachrichtigt.

Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Elfjährige die Medikamente in Aplerbeck gefunden hatte. Polizeisprecher Oliver Peiler: "Kollegen versuchen zurzeit den Fundort ausfindig zu machen, um auszuschließen, dass sich Ähnliches wiederholen kann." Die Suche in Aplerbeck war aber bis zum späten Abend nicht von Erfolg gekrönt.

Wohlauf

Weder von der Stadt noch von der Schulleitung der Tremoniaschule war gestern eine offizielle Stellungnahme zu bekommen. Die Kinder waren gestern Abend aber offenbar wohlauf, sie blieben jedoch über Nacht vorsorglich im Krankenhaus. Heute sollen sie erneut untersucht werden.

Die Tremoniaschule ist eine Schule für Erziehungshilfe der Stadt Dortmund. Als Sonderschule arbeitet sie seit 26 Jahren an zwei Standorten im Stadtgebiet. - ML/weg

Erste Maßnahmen bei Vergiftungen im Kindesalter:

Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben. Keine Milch!

Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser geben!

Ärztlichen Rat gibt es rund um die Uhr bei der Giftnotrufzentrale Berlin (Tel. 03019240) oder bei der Uni-Kinderklinik in Bonn (Tel. 022819240)
07. Dezember 2005 | Quelle: Ruhrnachrichten
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

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  #2  
Alt 11.12.2005, 19:52
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Standard Medikamente sind keine Bonbons

Hier zeigt sich wieder einmal der allzu sorglose Umgang mit Arzneimitteln!

Daher bitte ich alle Leser um die Beachtung von zwei Punkten:

1. Verfallene oder nicht mehr benötigte Medikamente bitte weder über den Hausmüll entsorgen, noch einfach "in die Pampa schmeissen". Jede Apotheke nimmt Medikamente kostenlos zur fachgerechten Entsorgung entgegen.

2. Wenn Ihr Kind dauerhaft Medikamente einnehmen muss (wie auch unsere Tochter), so sollten Sie den Geschwistern oder Freunden gegenüber diese Mittel nie verharmlosen. Machen Sie ihnen klar, dass diese Medikamente nur dem gut tun, der sie wirklich braucht!

Auch wenn Sie selbst Arzneimittel einnehmen, sollten Sie anwesenden Kindern erklären, dass Sie diese Mittel brauchen, weil Sie krank sind, Kopfschmerzen haben, etc. Bei eher leichtfertigem "Einschmeissen" stellt sich sonst eine falsche Normalität bei den Kindern ein, ähnlich wie beim Rauchen. Es kann der Gedanke entstehen:"Das gehört zum Erwachsensein dazu."

Bitte geben Sie also nicht nur beim Beachten der roten Ampel den Kindern ein gutes Beispiel! Danke!
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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