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  #1  
Alt 28.10.2006, 11:29
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Medikamente: Tablettenteilung kann gefährlich sein

Heidelberg (ddp). Rund ein Viertel aller Tabletten werden vor der Einnahme zerteilt. Dies ist nicht immer unproblematisch, denn knapp zehn Prozent der zum Teilen verordneten Tabletten haben keine Bruchkerbe, so dass eine präzise Portionierung schwierig ist. In etwa vier Prozent der Fälle sei die Stückelung sogar gefährlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Wissenschaftler befragten 905 ambulante Patienten, die mindestens drei Medikamente einnahmen, zum Umgang mit Arzneimitteln. Am häufigsten geteilt wurden demnach Herz-Kreislauf-Medikamente, Blutverdünner und Mittel zur Senkung des Cholesteringehalts. Doch nicht jede Tablette ist teilbar. Allerdings bestehe ein Defizit bei den Fachinformationen für Ärzte und den Beipackzetteln, fanden die Forscher heraus. Diese gingen auf die Teilungsmöglichkeit nur unzureichend ein. «Dies ist problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist», betont Professor Walter Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin VI der Universitätsklinik Heidelberg. Denn nur dadurch könne in einigen Fällen die Dosis individuell angepasst werden. «Es ist jedoch zu beachten, dass es gerade für ältere Menschen schwierig ist, Tabletten fachgerecht zu teilen», sagt Haefeli. So berichtete jeder sechste Patient über Probleme beim Stückeln. Nur 20 Prozent verwenden einen Tablettenteiler. Die meisten würden ein Küchenmesser benutzen, das keine exakte Teilung erlaube, hat die Studie ergeben. Tablettenteilen könne aber noch aus weiteren Gründen heikel sein, betonen die Forscher. So werde bei vielen Medikamenten der Wirkstoff mit einem Überzug vor dem Magensaft geschützt. Teilt man diese Tabletten, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt und dabei zerstört. Bei Tabletten mit einem so genannten Retard-Überzug könne die Wirkung des Medikamentes verkürzt werden und das Risiko für Nebenwirkungen steigen. Auch Tabletten mit Überzügen, die den Wirkstoff vor Sauerstoff, Licht oder Feuchtigkeit schützen, können nicht ohne weiteres geteilt werden. Besonders zu beachten sei, dass selbst vermeintlich leicht portionierbare Medikamente mit einer Kerbe nicht immer geteilt werden könnten, da es sich in manchen Fällen nur um eine irreführende «Schmuckkerbe» handeln würde, heißt es weiter. Dabei stünden für mehr als die Hälfte der geteilten Tabletten ohne Bruchkerbe geeignete Medikamente als Alternative zur Verfügung, bei denen auf eine Teilung verzichtet werden könne und die oft sogar kostengünstiger seien, heißt es weiter. Die Wissenschaftler empfehlen Ärzten, die Teilung von Tabletten nur zu verschreiben, wenn sie sicher sind, dass dies zulässig ist - und von den Patienten auch bewältigt werden kann. Außerdem sollten die Zulassungsbehörden sicherstellen, dass Fachinformationen und Beipackzettel künftig ausreichend Information enthalten.

Quelle: Netdoctor
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  #2  
Alt 28.10.2006, 13:25
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

da ich ja für alle hier die tap.sortiere habe ich auch öfters gejammert wie unterschiedlich die größen der teilstücke ausfallen,habe auch schon öfters überlegt wie sich das verträgt wenn die teile unterschiedlich ausfallen.versuche dann immer über den tag verteilt die genaue dosis zu geben
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  #3  
Alt 28.10.2006, 13:39
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

... ich frage heute Abend mal den Micha, ob er Zeit findet - ist ein wichtiges Thema und es betrifft sehr Viele ...

LG

Mary
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

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  #4  
Alt 28.10.2006, 13:51
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

ja das thema ist sehr wichtig,läuft micha aber nicht weg,lasse ihn ruhig ein wenig luft er hat ja sehr viel zu tun,und hat auch noch familie,die er liebt.und wenn er ein paar tage später drauf antwortet reicht das auch noch.denke ich mal
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  #5  
Alt 29.10.2006, 19:57
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Daumen runter Ärzte und Arzneimittel - Gefährdung der Patienten

Tach zusammen!

Dieser Beitrag ist ja mal wieder ein "gefundenes Fressen" für mich, klage ich doch schon seit Jahr und Tag diesen "Teilungswahn" an.
Zunächst sollte man sich die Frage stellen, warum die Tabletten überhaupt geteilt werden müssen. Es gibt kaum einen Patienten, für den das benötigte Medikament in gewünschter Dosierung nicht in einer ganzen Tablette oder Kapsel am Markt verfügbar ist.
(Von dieser Annahme sind Kinder und insbesondere Kleinkinder natürlich ausgenommen! Aber dafür gibt es ja Apotheker, die auch für 1,5jährige Kinder Kapseln mit 0,3mg Sildenafil, besser bekannt als Viagra, herstellen können, und zwar aus der marktüblichen Tablette zu 4mg!)

Antwort: Geiz ist geil! In etwa 85% der Fälle steckt nur das Bestreben nach Kostenreduzierung auf Teufel komm raus dahinter. Z. B. ein Patient soll 6,25mg eines Blutdruckmedikamentes erhalten. Mit einer 100er-Packung in dieser Stärke kommt der Betreffende also 100 Tage aus. Verordnet der Arzt aber das Arzneimittel in der Stärke 25mg und lässt dieses vierteln, so reicht die 100er-Packung eben 400 Tage. Budget geschont - Patient verzweifelt.
Der absolute Knüller war mal ein Arzt, der seinem Patienten gesagt hat, er solle seine Tabletten dritteln! Wie das gehen sollte, wusste er selbst aber auch nicht!!!

Das Statement im Bericht, nur so könne man die notwendige Dosierung erreichen, ist gequirlte Sch...!

Diesem Geiz fällt halt auch schon einmal die Funktion der verwendeten Arzneiform zum Opfer. So werden z. B. Nexium Tabletten fleissig zersäbelt, obwohl sie nicht dazu geeignet sind, da hierdurch die besondere Art der Wirkstofffreisetzung zerstört wird. Ähnliches wird ja auch noch im Bericht genannt. Dummerweise haben die meisten Ärzte von solchen besonderen Arzneiformen keine Ahnung (ich bin manchmal schon froh, wenn der Arzt weiß, was Retardtablette bedeutet.).

Und warum wird in diesem Bericht gejammert, die Beipackzettel und Fachinformationen der Arzneimittel gäben nur unzureichende Infos zur Teilbarkeit einer Tablette??? Wozu gibt es das lange und recht anspruchsvolle Pharmaziestudium? Es reicht doch ein Telefonanruf in einer kompetenten Apotheke um die Ecke und alles ist geklärt.

Ich suche die mich und meine Familie behandelnden Ärzte u. a. nach folgendem Gesichtspunkt aus: wenn der Arzt nicht die Grenzen seiner Fähigkeiten kennt und sie zugeben kann, taugt er nichts! Ein Arzt, der ausserhalb seiner Kompetenzen und seiner Fähigkeiten "herumwurschtelt", ist eine Gefahr für seine Patienten!

In diesem Sinne: "Bei Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage und jagen Sie Ihren Arzt zum Apotheker!"

micha
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #6  
Alt 07.11.2006, 07:41
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

In Deutschland wird jede vierte Tablette vor der Einnahme geteilt, haben Heidelberger und Göttinger Wissenschaftler ermittelt. Da viele der geteilten Tabletten ihren Wirkstoff nicht wie vorgesehen freisetzen, können sie mitunter eine Gefahr für die Patienten darstellen.
Häufig fehlen jedoch entsprechende Hinweise in Fachinformationen und Beipackzetteln, berichten die Forscher um Renate Quinzler und Walter Haefeli vom Universitätsklinikum Heidelberg im “European Journal of Clinical Pharmacology”. Umgekehrt sei das Teilen in vielen Fällen erforderlich, so Haefeli. Vor allem für Senioren und Kinder ständen Arzneimittel nicht immer in der gewünschten Dosis zur Verfügung. Mitunter würden Tabletten auch geteilt, um Zuzahlungen in der Apotheke zu sparen oder das ärztliche Budget zu entlasten.
Die Wissenschaftler analysierten Fragebögen, in denen 905 ambulant versorgte Patienten Auskunft über ihre Medikamente gegeben hatten. Von den insgesamt etwa 3.200 unterschiedlichen Tabletten und Dragées wurden demnach 24 Prozent vor der Einnahme geteilt. Knapp ein Zehntel davon weist keine Bruchkerbe auf, sodass das Zerteilen schwierig ist. Bei ungefähr vier Prozent sei das Teilen sogar gefährlich für die Patienten, so die Forscher.
“Das Tablettenteilen kann aus mehreren Gründen heikel sein”, erklärt Haefeli. Häufig werde der Tabletteninhalt durch einen Überzug vor Magensaft, Sauerstoff, Licht oder Feuchtigkeit geschützt. Würden solche Tabletten geteilt, könne der Wirkstoff vorzeitig zerstört werden. Umgekehrt könne das Teilen von Tabletten, die ihren Wirkstoff verzögert abgeben sollen, die Freisetzung beschleunigen und damit das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
In jedem Fall müsse beachtet werden, “dass es gerade für ältere Menschen mit oft eingeschränkter Fingerfertigkeit oder Sehschwäche schwierig ist, Tabletten fachgerecht zu teilen”, so der Pharmakologe weiter. Jeder sechste Patient habe über Probleme beim Tablettenteilen berichtet und vier von fünf Patienten benutzten anstelle eines exakt arbeitenden Tablettenteilers ein Küchenmesser.
Forschung: Renate Quinzler und Walter E. Haefeli, Abteilung Innere Medizin VI: Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg; und andere
Veröffentlichung European Journal of Clinical Pharmacology, DOI 10.1007/s00228-006-0202-3, und Therapeutische Umschau, Vol. 63(6), pp 441-7, DOI 10.1024/0040-5930.63.6.441
WWW:
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  #7  
Alt 10.11.2006, 08:46
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 251
Standard

Zitat:
Zitat von evma
Umgekehrt sei das Teilen in vielen Fällen erforderlich, so Haefeli. Vor allem für Senioren und Kinder ständen Arzneimittel nicht immer in der gewünschten Dosis zur Verfügung.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass jemand für das Kind oder einen Senior die Tablette teilt und bei der Teilung (weil nicht richtig dosierbar) eine Überdosierung vorliegt und diese Überdosierung vielleicht ernste Konsequenzen, wie Leberschäden o. ä. mit sich bringt, frage ich mich wirklich ob es nicht unverantwortlich ist, hier an falscher Stelle zu sparen.

Das kann doch wohl kaum im Interesse von Arzt (sonst bitte die Approbation abgeben! Danke!) oder Solidargemeinschaft sein, hier mögliche chronischen Erkrankungen bzw. sogar Leben zu riskieren!

Denn es gibt ja zum Glück die Möglichkeit, die Arzeneien bereitzustellen:

Zitat:
Zitat von micha
Aber dafür gibt es ja Apotheker, die auch für 1,5jährige Kinder Kapseln mit 0,3mg Sildenafil, besser bekannt als Viagra, herstellen können, und zwar aus der marktüblichen Tablette zu 4mg!

....

Wozu gibt es das lange und recht anspruchsvolle Pharmaziestudium? Es reicht doch ein Telefonanruf in einer kompetenten Apotheke um die Ecke und alles ist geklärt.

Vorausgesetzt, es gibt diese Apotheken noch in erreichbarer Nähe ... eine Versandhausapotheke, die nur auf die Massenabfertigung setzt, wird wohl kaum eine entsprechende Dienstleistung zeit- und ortsnah anbieten können.

Was bin ich in diesem Zusammenhang froh, dass ich nicht nur einen Hausarzt, sondern auch eine Hausapotheke habe!

In diesem Sinne

Tacheles
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