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Alt 05.01.2006, 22:01
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 248
Standard Forscher: Komplikationen auch bei der Abtreibungspille

30.12.2005 - Pharmazie
Forscher: Komplikationen auch bei der Abtreibungspille

Datenanalyse deutet auf Nebenwirkungen wie Blutungen und Infektionen hin

Eine Abtreibung mit der so genannten Abtreibungspille RU 486 ist möglicherweise nicht so sanft und sicher wie häufig angenommen. Das sagen zwei US-Medizinerinnen nach der Analyse einer Datenbank der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA, die eine ganze Reihe Berichte über lebensbedrohliche und vereinzelt tödliche Komplikationen bei der Behandlung mit der Pille umfasst. Die häufigsten Probleme waren schwere Blutungen und Infektionen.


Die Abtreibungspille RU 486 ist seit 1999 in Deutschland zugelassen und wird unter dem Handelsnamen Mifegyne vertrieben. Sie enthält das Antigestagen Mifepriston, das dem weiblichen Hormon Progesteron entgegenwirkt: Es macht die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut rückgängig, die es dem Embryo ermöglicht haben, sich einzunisten und zu entwickeln. Die Folgen sind eine Rückbildung und anschließende Abstoßung der Schleimhaut, bei der das Ungeborene ebenfalls abgestoßen wird. Die Pille gilt als sanfte Alternative zur chirurgischen Abtreibung, unter anderem, weil bei der medikamentösen Methode Verletzungen der Schleimhaut durch chirurgische Instrumente ausgeschlossen sind.

Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen seien jedoch bislang unterschätzt worden, erklären Gary und Harrison nun. Bei ihrer Analyse der FDA-Daten aus den vergangenen vier Jahren fanden die Medizinerinnen Berichte über heftige Blutungen, Infektionen und in einigen Fällen über lebensbedrohliche septische Schocks. Gemeldet wurden auch gescheiterte Schwangerschaftsabbrüche, die zu starken Fehlbildungen bei den überlebenden Kindern führten. Außerdem gab es verschiedene Berichte über allergische Reaktionen, die teilweise so schwer waren, dass die Patientinnen stationär behandelt werden mussten – eine Nebenwirkung, die bislang praktisch unbekannt war, schreiben die Forscherinnen.

Bei der Entscheidung zwischen einem chirurgischen Schwangerschaftsabbruch und einer Abtreibung durch RU-486 sollten daher auch die möglichen Risiken durch die Abtreibungspille beachtet werden, kommentieren die Forscherinnen. Einen direkten Vergleich der Risiken beider Verfahren ziehen die Forscherinnen in ihrer Studie jedoch nicht.

Margaret Gary (Virginia Beach), Donna Harrison (Eau Claire): Annals of Pharmacotherapy, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1345/aph.1G481

ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel/Ulrich Dewald

(Quelle: Wissenschaft.de )
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  #2  
Alt 05.01.2006, 22:08
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 248
Standard

... nur mal so zur Info ... wenn ich bedenke, dass in Großbritanien nach jedem Wochenende einige junge Frauen damit versorgt werden ...

Ich hatte mal einen Radiobericht dazu gehört, als diese Pille in Deutschland stärker in der Diskussion war ... in Großbritanien sollen nach den Wochenenden in der Schule Sprechstunden abgehalten werden, damit die Jugendlichen nicht so oft ungewollt Eltern werden ... da werden dann wohl ziemlich viele Schülerinen mit dem Präparat versorgt ...

In Zeiten von HIV ein doppelt trauriger Gedanke ...

In diesem Sinne ...

Tacheles
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Tacheles


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  #3  
Alt 07.01.2006, 22:27
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 161
Standard

Nicht nur in GB werden sehr junge Mädchen mit diesem Medikament versorgt. Ich selbst habe im Notdienst schon 14-Jährige mit einem entsprechenden Rezept gehabt.

Vielleicht sollte sich doch mal jemand des Aufklärungsunterrichts an Schulen annehmen.

Kann denn die technische Handhabung eines Kondoms wirklich so schwer sein???

Oder ist die tägliche Einnahme der Antibabypille wirklich eine unzumutbare Belastung?

In diesem Sinne - bis die Tage

micha
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Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #4  
Alt 08.01.2006, 16:48
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 23.009
Standard

da lob ich mir den sexualkunde unterricht in der behinderten schule kastanienhof in oldenburg/holst. von anfang an wurde dort sehr viel wert auf den unterricht gelegt und auch die handhabung des kondoms geübt.
ich glaube aber das es nicht ein proplem wie benutze ich ein kondom sondern eher die gewiesheit naja es gibt ja die pille danach und wenn ich die nicht bekomme ,dann wird halt abgetrieben.schau dich doch mal um wieviele jugendliche abtreibungen hinter sich haben.und das obwohl die zahl der jugendlichen mütter stettig wächst.
es ist ein kreislauf der auf irgend einer art und weise unterbrochen werden muß.wie kann ich auch nicht sagen.gerade in der heutigen zeit ist es fast zum sport geworden das sich 14 jährige kinder anschaffen.
über verhüttung denken sie nicht nach,sondern auf den schulhöfen wird zum teil ganz frei diskutiert ,über mutterschaft unterstützung vom statt.und welche vorteile sie haben.
leider steigt nicht nur die gefahr das kinder kinder bekommen sondern eben auch das aids risiko bei dieser einstellung enorm.
in olden burg haben wir seit ein paar jahren eine einrichtung für junge mütter,sie müssen morgends zur arbeit bzw machen eine ausbildung,die kinder werden im selben haus betreut.die mädchen können eine ausbildung machen als hauswirtschafterin oder büro,oder ihren schulabschluß.sie haben einen vollen arbeitstag danach und davor müssen sie wieder eigenverantwortung für ihr kind tragen.
der erfolg ist das wir seither weniger junge mädchen haben die kinder bekommen.sehen sie doch das sie arbeiten müssen.und nicht für das gammeln bezahlt werden.auserdem sind die mütter wirklich enorm in dieser zeit gereift
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  #5  
Alt 10.01.2006, 11:05
Tine Tine ist offline
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Registriert seit: 25.10.2005
Beiträge: 26
Standard

[navy]Sexualkunde an den Schulen finde ich auch sehr wichtig. Doch entscheidender finde ich die Verantwortung, in der wir Eltern stehen. Es liegt zum größten Teil an uns, unsere Kids aufzuklären. Trauriger Weise habe ich in vielen Gesprächsrunden gehört: 'Och, das bringen die sich untereinander bei .... lernen sie aus dem Internet ... die sind heute viel weiter als wir ....'. Nein, das reicht nicht.
Viele Eltern haben ein Problem damit, so offene Gespräche mit ihren jugendlichen Kinder zu führen, oder die Kinder Hemmungen, mit ihren 'Alten' über solche Themen zu sprechen.
Es gibt im Umkreis der Familie aber bestimmt jemanden, der Zugang zu dem jungen Menschen hat, dem dieser vertraut, mit dem er/sie reden kann. Diese Möglichkeit sollten Eltern nutzen. Diese Person bitten, mit ihrem Kind zu reden.
Es gibt viele Möglichkeiten solche Gespräche herbeizuführen.
Z.B. ist es in meiner Familie seit Jahren so: Über das Vatertag-Wochenende machen die Väter mit den Söhnen eine Kanu-Tour. In dieser 'Männerrunde' lässt es sich lockerer über solche Themen sprechen. Auch für die Töchter werden Möglichkeiten geschaffen.
Liebe Grüße
Tine
[/navy]
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